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Guidance Dialogue: Bessere Chancen für Bildung und Beruf durch Beratung – Ein Gewerkschaftsprojekt auf Europäischer Ebene

01.02.2011 - 31.01.2013 -

Nimmt man den Zusammenhang zwischen tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitswelt und den daraus erwachsenden Anforderungen zu permanenten Anpassungsprozessen aufseiten der Beschäftigten ernst, so ergeben sich aus Sicht gewerkschaftlicher Bildungspolitik Herausforderungen für die Entwicklung und Etablierung von Unterstützungsstrukturen, die diesen Wandel in geeigneter Qualität bewältigen helfen und Chancengerechtigkeit und Zugangsmöglichkeiten zu Bildung und Erwerbstätigkeit erhöhen. Besonderer Handlungsbedarf wird seitens der Gewerkschaften in den folgenden Feldern gesehen:

  • bessere Gestaltung der Übergänge zwischen Bildungs- und Arbeitswelt,
  • bessere Unterstützungsinstitutionen besonders für Benachteiligte,
  • Verbesserung der Durchlässigkeit innerhalb der Bildungssysteme,
  • bessere Verzahnung nationaler Angebote des lebenslangen Lernens,
  • Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung zum Beispiel durch ein flächendeckendes Angebot von Bildungsberatung,
  • Schaffung von Angebotsstrukturen zur Umsetzung
  • europäische Instrumente (z. B. EQF, ECVET, Anerkennung von non-formal und informell erworbenen Kompetenzen).

Der Bildungsberatung kommt hierbei eine besondere Aufgabe im Bildungswesen zu und es bedarf einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Stand der Wissenschaft und der aktuellen Beratungspraxis, verbunden mit einer Bewertung aktueller und künftiger Ziele. Die Gewerkschaften GEW (Deutschland), ÖGB (Österreich) und ZNP (Polen) organisierten hierzu ein Projekt mit der Zielrichtung, u.a. einen transnationalen Dialog über das Thema Berufsbildungs- und Weiterbildungsberatung auf den Weg zu bringen. Die Projektpartner hatten zusätzlich im Rahmen ihres Projektes vor, Leitlinien für eine subjektorientierte, anbieterunabhängige, kultur- und geschlechtersensible Berufsbildungs- und Weiterbildungsberatung aus gewerkschaftlicher Sicht zu entwickeln, um Impulse für die Gestaltung eines Beratungsangebotes zu geben, das allen Menschen unabhängig von ihrer sozialen oder wirtschaftlichen Situation, ihrer kulturellen Herkunft und ihres Geschlechtes in der Fläche zur Verfügung steht. Sie wollen mit ihren Projektergebnissen einen Beitrag zur Gestaltung von Bildungsberatungsstrukturen in den beteiligten EU-Projekt-Ländern leisten und damit Impulse für die Entwicklung nationaler Strategien geben.

Um dies einlösen zu können, wurden weitere zentrale Schlüsselakteure1 aus drei Mitgliedsstaaten (Deutschland, Österreich, Polen) als EU-Projektpartner mit einbezogen, mit der Absicht, über entsprechende Anforderungen und Lösungen gemeinsam nachzudenken, zu beraten und konzeptionelle Vorschläge zu erarbeiten. Die Partner des Kooperationsprojektes „Guidance Dialogue – Bessere Chancen in Bildung und Beruf durch Beratung“ waren sich darüber einig, dass dieser Anspruch nicht alleine durch regionale oder nationale Betrachtungen eingelöst werden kann. Eine europäische Perspektive und ein Zusammenführen von vielfältigen Erfahrungen sind unumgänglich. Mit Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen der Förderrichtlinie EACEA 10/10 – Teil B „Unterstützung der länderübergreifenden Zusammenarbeit bei der Ausarbeitung und Umsetzung nationaler Strategien für lebenslanges Lernen“ wurde das Projektvorhaben mit einer Laufzeit von 2011 bis 2013  gefördert und finanziell unterstützt. Die gewählten Maßnahmen und Aktivitäten im Rahmen des Projektes waren „dialogisch“ in vielfältigem Sinn. Neben einem fachlichen Austausch in internationalen Workshops und Konferenzen wurden die Ergebnisse beziehungsweise der Stand der Diskussion zu zentralen Themenfeldern schriftlich zugänglich gemacht: www.guidance-dialogue.eu und  www.gew.de/EU-Projekt_Guidance_Dialogue.html.

Arnfried Gläser, GEW - Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

 

Ergebnisse des Projekts sind die 4 Handreichungen:


Erschienen im nfb-Newsletter 01/2014

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1

Kernpartner im Projekt:

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW, Deutschland, Gesamtprojektleitung),
Berufsfortbildungswerk des DGB gGmbH (bfw, Deutschland),
Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB, Österreich),
Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung (öibf, Österreich),
Zwiazek Nauczycielstwa Polskiego (ZNP, Polen)

Strategische Partner:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK, Österreich),
Nationales Forum für Beratung (nfb, Deutschland),
Europäisches Gewerkschaftskomitee für Bildung (ETUCE, Belgien),
Zentraleinrichtung zur Förderung der Berufs- und Fortbildung (Koweziu, Polen),
Industriegewerkschaft Metall (IG Metall, Deutschland) und
die Universität Duisburg/Essen (Deutschland)