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Die Rolle der European Training Foundation (ETF) in Bildungs- und Berufsberatung in EU Nachbarländern

Die Europäische Stiftung für Berufsbildung (European Training Foundation, ETF) ist eine spezialisierte Agentur der Europäischen Union mit Sitz in Turin (Italien). Ihre Aufgabe besteht darin, im Rahmen der EU-Außenbeziehungen einen Beitrag zur Verbesserung der Humankapitalentwicklung in bestimmten EU-Nachbarländern1  zu leisten.

Errichtet vor beinahe 20 Jahren im Jahre 1994, beschäftigt die ETF derzeit etwa 100 EU-Bedienstete auf Zeit (Direktorin ist seit 2009 Madlen Serban) sowohl aus Mitgliedsländern als auch Partnerländern die als Experten verschiedener Disziplinen neues Wissen, Kenntnisse und Lösungen erarbeiten. Zentral für die ETF ist der Berufsbildungsbereich in Verbindung zum Arbeitsmarkt und Lebenslangen Lernen. Die ETF unterstützt dabei sowohl die Arbeit der Europäischen Kommission (z.B. der EU Delegationen) als auch direkt die einzelnen Partnerländer in deren Berufsbildungsreformen (z.B. Ministerien, Sozialpartner). Dies wird mittels Analysen und thematischen Studien, Politikunterstützung und –beratung, Kapazitätsentwicklung, Aufbau von Partnerschaften und Netzwerken als auch durch den Austausch von Informationen, einschlägigen Erfahrungen und bewährten Ansätzen – sowohl zwischen der EU und Partnerländern als auch unter den Partnerländern, erreicht.

Die Bildungs- und Berufsberatung (‘career guidance’) hat dabei einen wichtigen Stellenwert. Insbesondere, da in den EU Nachbarländern die Reformen im Bildungsbereich und der Arbeitsmarktinstitutionen die Bildungs- und Berufsberatung in der Vergangenheit vernachlässigt haben. Die ETF hat deshalb in den letzten 10 Jahren durch verschiedene Maßnahmen den Aufbau und die Modernisierung der Bildungs- und Berufsberatungssysteme enorm stimuliert und gefördert. In nahezu 28 Partnerländern wurden Länderstudien und vergleichende Analysen durchgeführt und auf Anfrage einiger Regierungen (z.B. Türkei, Serbien, Kosovo, Jordanien) wurden maßgeschneiderte Studien zur Politikunterstützung angefertigt welche der Erarbeitung nationaler Bildungs- und Berufsberatungsstrategien sowie der Umsetzung konkreter Beratungsintiativen dienten. In einigen Ländern (z.B. Armenien, Kirgisistan, Jordanien, Ägypten) hat die ETF eigene Projekte zur Bewusstseinsbildung von Entscheidungsträgern und Weiterbildung von Beratern umgesetzt. In anderen Ländern wiederum (z.B. Montenegro, Libanon) wurden größere und bedarfsgerechte ‘Career guidance’-Projekte entwickelt die über EU Förderinstrumente implementiert werden. Die ETF versteht sich auch als Bindeglied zwischen Einrichtungen in Partnerländern und EU Netzwerken, wie z.B. ELGPN oder Euroguidance, und propagiert die Einrichtung von Nationalen Fora oder Netzwerken. In letzter Zeit interessieren sich immer mehr EU Nachbarländer für Bildungs- und Berufsberatung und die Tendenz ist deutlich steigend (z.B. Russland, Ukraine, Aserbaidschan). Eine verstärkte Zusammenarbeit von einzelnen Partnerländern mit EU Mitgliedsstaaten, insbesondere mit Ländern wie Deutschland die auf eine solide Bildungs- und Berufsberatung zurückgreifen können, wäre äußerst hilfreich für nahezu alle Partnerländer. Das gilt auch für die wertvollen Erfahrungen die beim Aufbau eines funktionierenden Nationalen Forums fuer Bildungs- und Berufsberatung gesammelt wurden.

Helmut Zelloth,
European Training Foundation
Senior Specialist in VET Policies and Systems
ETF operations

Literaturhinweise dazu:
European Training Foundation (2009) In demand: Career guidance in EU neighbouring countries. (Office for Official Publications of the European Communities, Luxembourg). Download unter: http://www.etf.europa.eu/pubmgmt.nsf/%28getattachment%29/8559e4566d38a6e3c12576020050a7bc/$file/note7uelkn.pdf

Zelloth, H. (2011) Career Guidance in ETF partner countries - a missing link in the transition from education to the labour market. (ETF Policy Brief, Turin). INFORM Issue 06, October 2011.
http://www.etf.europa.eu/weatt.nsf/0/85A866463B0E5D44C12579830030756B/$file/INFORM_6_Career%20guidance.pdf

http://www.etf.europa.eu

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1 Die 31 ETF Partnerländer sind: Ägypten, Albanien, Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien, Georgien, Island, Israel, Jordanien, Kasachstan, Kirgisistan, Kosovo, Kroatien, Libanon, Libyen, Marokko, Moldawien, Montenegro, Palästina, Russland, Serbien, Syrien, Tadschikistan, Tunesien, Türkei, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan, Weißrussland.

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