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NICE: Das Netzwerk für Innovation in der Beratung in Europa

Am 18. und 19. Mai 2011 fand in Heidelberg die zweite Konferenz des internationalen Erasmus-Netzwerks NICE statt. NICE steht für „Network for Innovation in Career Guidance and Counselling in Europe“, dem neben der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit und der Universität Heidelberg weitere 39 Universitäten und Forschungseinrichtungen aus 27 europäischen Ländern angehören. Die meisten Netzwerkpartner bieten Bachelor- und/oder Masterstudiengänge im Beratungsbereich an und forschen zum Thema Bildungs- und Berufsberatung.

Ziel des Netzwerks, das über das Erasmusprogramm der EU von November 2009 bis Oktober 2012 gefördert wird, ist die Unterstützung und Förderung von  Forschung, Aus- bzw. Weiterbildung im Feld Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung auf europäischer Ebene. Austausch und Kooperation zu internationalen und europäischen Themen wie Mobilität, Beschäftigungspolitik, Lernen im Lebenslauf, demografischer Wandel u.v.m. sollen das Erreichen gemeinsamer Ziele und damit die Intensivierung der Mobilität innerhalb Europas und der Welt fördern und unterstützen.

Die Arbeit im Netzwerk steht unter folgenden Schwerpunkten:

  • Voneinander Lernen, vor allem im Hinblick auf Curricula, Kompetenzentwicklung, Verbindung von Theorie und Praxis sowie angrenzender Forschungsbereiche
  • Förderung der Zusammenarbeit bei der Curriculumentwicklung und neuen Forschungsansätzen in der Beratungsforschung
  • Weiterentwicklung gemeinsamer Interessen, z.B. die Entwicklung europäischer Standards bzgl. Beratungsqualität, Zertifizierung und Akkreditierung von Beraterinnen und Beratern sowie Beratungsinstitutionen, die Öffnung des europäischen Arbeitsmarktes für Absolventen der verschiedenen Studien- und Ausbildungsgänge im Feld
  • Intensivierung der Mobilität innerhalb Europas für Studierende und Lehrende an den Universitäten
  • Diskussion internationaler und europäischer Themen, z.B. Mobilität, „Brain Drain“, Integration, Lernen im Lebenslauf und lebensbegleitende Beratung, demografischer Wandel sowie die Arbeit in Netzwerken
  • Austausch von Lehr- und Lernmaterialien sowie E-Learning-Modulen
  • Entwicklung eines gemeinsamen Kompetenzrahmens für Bachelor- und Masterstudiengänge im Beratungsbereich.

Drei  Arbeitsgruppen befassen sich mit den Themenkomplexen:
AG1: Transparenz, Qualität und Vergleichbarkeit von Studienprogrammen,
AG2: Innovationen in Berufs- und Bildungsberatung sowie
AG3: die Entwicklung der Lehre in akademischen Studienprogrammen für Beratung.

Die Arbeitsergebnisse werden auf der Webseite www.nice-network.eu sowie in verschiedenen gemeinsamen Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht; u.a. soll ein „TUNING“ Handbuch entstehen, das für die Entwicklung und Durchführung von Qualifizierungsprogrammen im Beratungsbereich Anregungen gibt.

Unterstützt wird die Netzwerkarbeit durch eine Steuerungsgruppe aus sieben Partnern: Die Universität Heidelberg als Koordinatorin, die Universität von Czestochowa und die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit als Leitung der Arbeitsgruppe 1, die Universitäten Padua, Lausanne und die CNAM/INETOP Paris als Leitung der Arbeitsgruppe 2 und die Universität East London, die die Arbeitsgruppe 3 leitet. Durch die Vielfalt der Mitglieder und Partner kooperiert NICE auch darüber hinaus mit zahlreichen wichtigen Institutionen und Netzwerken auf internationaler und europäischer Ebene (CEDEFOP, ETF, IAVEG, ICCDPP, ELGPN).

In der ersten Konferenz des NICE-Netzwerks 2010 in Częstochowa in Polen lag der Schwerpunkt vor allem auf einem ersten Kennenlernen der Netzwerkpartner, bei dem schon wichtige Fragen zur Entwicklung des Netzwerks diskutiert werden konnten. Die diesjährige, zweite Konferenz in Heidelberg widmete sich u.a. folgenden Fragen:
Welchen Mehrwert hat die Ausbildung von Beratungspraktikerinnen und -praktikern an Universitäten in Europa? Über welche Kompetenzen müssen Beratungsfachkräfte verfügen?
Welche Synergien existieren in der europäischen Bildung und Forschung zu Beratungsthemen, und wie können sie genutzt werden?
Welche politischen Strategien werden z.Zt. in Europa diskutiert?
Wie stellen sich die Curricula für die Ausbildung im Beratungsfeld Bildung, Beruf und Beschäftigung im europäischen Vergleich dar?

In zahlreichen Vorträgen und Workshops wurden Forschungsergebnisse und Module der Beraterausbildung aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Island, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, der Schweiz und Ungarn, präsentiert und diskutiert. Ausgehend vom einleitenden Vortrag von Prof. Ronald Sultana aus Malta, wurde dabei immer wieder die Frage aufgeworfen, inwiefern „uncertainty“, also die Unsicherheit der Zukunft grundsätzlich und im Besonderen die des Arbeitsmarkts, das zentrale Thema der Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung darstellt. Wie sei dieser Unsicherheit zu begegnen, wenn es darum ginge, Individuen gemäß der Life Design Idee dabei zu unterstützen, ihre eigene Zukunft zu gestalten? Besteht ein  politischer Zielkonflikt zwischen  dem Vorhaben einer inklusiven Gesellschaft mit aktiven Bürgern und dem Streben nach globaler Wettbewerbsfähigkeit?

Einige Vorträge sowie das Programm zweiten NICE-Konferenz sind auf der Homepage des Netzwerks dokumentiert: www.nice-network.eu.

Susanne Schmidtpott

Ansprechpartner am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg: Johannes Katsarov, katsarov@ibw.uni-heidelberg.de