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Die Zusammenarbeit der Europäischen Arbeitsmarktservices

2015 -

Organisation des Netzwerks der Öffentlichen Arbeitsmarktservices
Das unionsweite Netzwerk der öffentlichen Arbeitsmarktservices (the „Network of Public Employment Services“, kurz das PES-Netzwerk der europäischen Union) beruht auf einem Beschluss des Rates und des Europäischen Parlaments vom Mai 2014 und dient der verstärkten Zusammenarbeit der öffentlichen Arbeitsmarktservices in Europa.

Frank-J. Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, wurde zum Chair des Boards der öffentlichen Arbeitsmarktservices in Europa gewählt. Der erste Vice-Chair wird von Kroatien, der zweite von der jeweiligen Ratspräsidentschaft gestellt. Dr. Wolfgang Müller, Geschäftsführer Europäische Kooperation in der Bundesagentur für Arbeit, ist aktuell das Mitglied Deutschlands im Vorstand des Netzwerks.
Das Board des PES-Netzwerks setzt sich aus den Leiter/innen und hochrangigen Vertreter/innen der Führungsebene der nationalen öffentlichen Arbeitsmarktservices sowie einem Mitglied der EU-Kommission zusammen. Die Mitglieder des Boards lenken das Netzwerk und beschließen Arbeitsinhalte sowie das jährliche Arbeitsprogramm.

Die Zusammenarbeit der europäischen Arbeitsmarktservices bestand bereits zuvor. Heute hat das Netzwerk - mit formalem Status und der damit gewonnenen Möglichkeit, von den europäischen Institutionen direkt beauftragt zu werden - an Bedeutung und politischer Einflussgröße gewonnen.

Die Herausforderungen am europäischen Arbeitsmarkt sind groß – national sowie auf europäischer Ebene müssen Kräfte mobilisiert werden. Die Zusammenarbeit der Arbeitsmarktservices im PES-Netzwerk nimmt hier eine entscheidende Rolle ein. 

Ziele der Europäischen Arbeitsmarktservices im Netzwerk
Ziel des PES-Netzwerks ist es, die Leistungsfähigkeit der Arbeitsmarktservices zu steigern und die Mitgliedstaaten dabei zu unterstützen, Arbeitslosigkeit in Europa zu bekämpfen. Das Netzwerk leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigungsstrategie Europa 2020. Europaweit sollen besser funktionierende Arbeitsmärkte geschaffen werden, damit Arbeitsuchende und Unternehmen zusammenfinden. Dahingehend sollen Dienstleistungen der Arbeitsmarktservices optimiert werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Transparenz über den europäischen Arbeitsmarkt und die Leistungsfähigkeit der Arbeitsmarktservices.

Die Arbeitslosigkeit soll nachhaltig reduziert werden – besonders gefährdete Gruppen stehen im Vordergrund. Dazu zählen Jugendliche, die sich weder in Bildung, noch in Beschäftigung befinden. Die Jugendarbeitslosigkeit soll mit der Initiative der EU-Jugendgarantie bekämpft werden. Bei der Umsetzung auf nationaler Ebene unterstützt das PES-Netzwerk mit seiner Expertise.

Weitere Ziele sind die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit und die stärkere freiwillige, geografische und berufliche Mobilität auf fairer Grundlage, die durch das PES-Netzwerk gefördert wird.

Zur Bewältigung dieser Herausforderungen werden Sofortmaßnahmen sowie strukturelle Rahmenbedingungen adressiert. In einigen europäischen Ländern müssen erst die Voraussetzungen geschaffen werden, um langfristig erfolgreiche Arbeitsmarktprogramme umzusetzen.

Aktivitäten im PES-Netzwerk
Frank-J. Weise: „Unsere Aufgabe ist es, den Menschen dabei zu helfen, eine gute Beschäftigung zu finden. Dazu müssen wir die wirksamsten Programme kennen und die besten Ideen untereinander austauschen.“

Die öffentlichen Arbeitsmarktservices in Europa sind bestrebt besser und wirksamer zu werden, um qualitativ hochwertige Dienstleistungen am Arbeitsmarkt anzubieten. Dazu wollen sie voneinander lernen. Benchlearning ist das einstimmig beschlossene Instrument und als solches in der Rechtsgrundlage festgehalten, um die Ziele im PES-Netzwerk zu erreichen – die Durchführung von Benchlearning ist daher eine Kernaufgabe im Netzwerk.

Der Begriff Benchlearning setzt sich aus Benchmarking und Mutual Learning zusammen. Die Arbeitsmarktservices lernen also strukturiert auf Basis von evidenzbasierten Leistungsvergleichen voneinander. Dadurch soll die kontinuierliche und messbare Leistungssteigerung der PES etabliert werden und zwar in Form eines nachhaltigen Systems des Voneinander Lernens.

Die Transparenz über die Arbeit und die Leistungsfähigkeit der Arbeitsmarktservices ist eine wichtige Grundlage für diesen Prozess. Ein europaweiter Vergleich der quantitativen und qualitativen Leistungen der nationalen Arbeitsmarktservices wird geschaffen, um datengestützt gute Beispiele und bewährte Verfahren zu identifizieren. Diese werden in Projekten im Netzwerk ausgetauscht, Ansatzpunkte für Optimierungsbedarfe und Strukturreformen auf nationaler Ebene werden gewonnen. Bis Ende des nächsten Jahres werden alle nationalen Arbeitsmarktservices ein Assessmentverfahren durchlaufen, in dem die quantitative und qualitative Leistung bewertet wird.

In der intensiven Zusammenarbeit stellt das PES-Netzwerk Unterstützung bereit, insbesondere auch bei der Einleitung und Umsetzung nationaler Reformen. Es trägt zur Umsetzung von politischen Initiativen bei, z.B. der EU-Jugendgarantie. Die nationalen politischen Entscheidungsträger nutzen die Expertise des Netzwerks für die Gestaltung, Entwicklung und Bewertung beschäftigungspolitischer Maßnahmen sowie bei der Umsetzung länderspezifischer Empfehlungen im Rahmen des Europäischen Semesters. Auch auf europäischer Ebene berät das Netzwerk aktiv und kann vom Europäischen Parlament, Rat und Kommission und weiteren EU-Institutionen als Experte offiziell angehört werden sowie eigeninitiativ agieren.

Zusammenarbeit mit Partnern
Die Einbindung von Sozialpartnern und die Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern ist bedeutend, um alle Kräfte zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Europa zu bündeln. Auch hier ist das PES-Netzwerk aktiv.

Ein Meilenstein der guten Zusammenarbeit war die internationale „Stakeholder.Konferenz“ am 26. und 27. Mai 2015 in Brüssel. Wichtige Akteure am europäischen Arbeitsmarkt sprachen über neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und bestärkten sich darin, bestehende Kooperationen auszubauen. An der Konferenz nahmen unter anderem Vertreter der Europäischen Kommission, des Europäischen Gewerkschaftsbundes, von BUSINESS EUROPE, der ILO, Eurociett und des „European Lifelong Guidance Policy Network“ teil.

Wolfgang Müller, Europavertretung der Bundesagentur für Arbeit

Erschienen im Newsletter 02/2015

PES Netzwerk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die EU-Jugendgarantie ist ein Konzept zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Es wurde im April 2013 durch den Europäischen Rat verabschiedet.
Rund 7,5 Millionen junge Europäer zwischen 15 und 24 Jahren sind weder in Bildung noch in Beschäftigung. Ziel ist es, diesen jungen Menschen eine Beschäftigung oder die Teilnahme an allgemeiner oder beruflicher Bildung zu ermöglichen - durch ein qualitativ hochwertiges Bildungs- oder Beschäftigungsangebot innerhalb von vier Monaten.
Die nationalen Arbeitsmarktservices sind Hauptakteure bei der Umsetzung der Jugendgarantie – für das PES-Netzwerk ist dies eine wichtige Aufgabe.

 

 

 

 

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