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UNESCO Lehrstuhl “Lifelong Guidance and Counselling”, 26.-27.11.2013, an der Universität Wroclaw, Polen

2014 -

Der UNESCO-Lehrstuhl "Lifelong Guidance and Counseling" wurde 2013 an der Universität Wrocław, Polen, eingerichtet. Partneruniversitäten waren dabei das Institut für Pädagogik der Universität Wroclaw, das Conservatoire National des Arts et Métiers (CNAM, Paris, Frankreich), die Universität Buenos Aires (Argentinien) und die Universität Koudougou (Burkina Faso). Lehrstuhlinhaber ist der weltbekannte Professor Jean Guichard (CNAM, Frankreich).

Gegenwärtig gehören dem Rat des Lehrstuhls "Lifelong Guidance and Counselling" an: Dr. Violetta Drabik-Podgórna und Dr. Marek Podgórny (die Lehrstuhl-Koordinatoren für Polen, Institut für Pädagogik, Universität Wroclaw), Prof. Diana Aisenson und Prof. Gabriela Aisenson (Universität Buenos Aires, Argentinien), Prof. Valerie Cohen Scali und Prof. Jean-Luc Bernaud (CNAM, Frankreich), Prof. Issa Moumoula (Universität Koudougou, Burkina Faso), Prof. Jacques Pouyaud (Universität Segalen Bordeaux, Frankreich) und Prof. Jean-Pierre Dauwalder (Universität Lausanne, Schweiz).

Mehrere Universitäten aus verschiedenen Ländern wurden eigeladen und haben bereits ihre Bereitschaft zur Mitwirkung in diesem Netzwerk signalisiert. Dies sind insbesondere: Universität Queensland (Australien), Universität Sao Paulo (Brasilien), Laval Universität Québec City und Universität Sherbrooke (Kanada), Universität Bordeaux und Catholic Universität West of Angers (Frankreich), Universität Island, Universität Florence und Universität Padua (Italien), Holy University Kaslik (Libanon), Bahria Universität Islamabad (Pakistan), Universität Coimbra und Universität Lissabon (Portugal), Universität Pretoria und Nelson Mandela Metropolitan University (Südafrika), Universität Lausanne (Schweiz).

Die Regelung der UNITWIN/UNESCO für die weltweite Einrichtung von Lehrstühlen fördert die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern/innen namhafter Universitäten und Hochschulen in Europa, Afrika, Latein-Amerika und weiteren Regionen der Welt. Ein solches Zusammenwirken vieler Partner hilft beim Wissenstransfer über Grenzen, bei der Entwicklung innovativer Ausbildungsprogramme für Beratungskräfte und bei der Einführung solcher Lehrverfahren wie Fernstudien auf der Grundlage moderner Technologien. Die Initiative zur Errichtung dieses Lehrstuhls muss im Kontext des sozialen, kulturellen und ökonomischen Wandels einer zunehmend komplexen Welt gesehen werden. Die Segmentierung des Arbeitsmarktes hat zur Folge, dass sich immer mehr Menschen konfrontiert sehen mit längeren Problemperioden, die die berufliche Entwicklung hemmen und ein menschenwürdiges Leben ausschließen. Als Folge der Änderungen in der Arbeitsorganisation werden von den Arbeitnehmern/innen viel differenziertere Kompetenzen verlangt als noch vor einigen Jahren, notwendigerweise mit Konsequenzen für die Berufsvorbereitung und Ausbildung. Darum ist es heute so wichtig, den gleichberechtigten Zugang zur Bildung für alle, die Implementation einer Politik des lebensbegleitenden Lernens und Chancengleichheit sicherzustellen. Bildung wird unterstützt durch begleitende Berufsorientierung und Berufsberatung.

Bei der Diskussion der Rolle von und der Herausforderungen an Orientierung und Beratung im Zeitalter der Globalisierung und Unsicherheit betonen Mark Savickas, Jean Guichard, Maria Eduarda Duarte et al., dass die Beratungskräfte ihre Klienten in einem lebensbegleitenden Ansatz bei der Kompetenzentwicklung, wie sie heute für das Berufsleben und die Laufbahngestaltung unabdingbar ist, unterstützen müssen. In einem solchen Kontext müssen die gegenwärtigen beraterischen Interventionen den Einzelnen dabei helfen, sich auf Übergänge vorzubereiten, sich in den Zuständen jeweils neu zu "verorten", sich mit den wahrzunehmenden Rollen zu identifizieren, sich aber auch davon nicht vereinnahmen zu lassen sowie die damit verbundenen Risiken und Möglichkeiten abzuschätzen. Solche Interventionen sind für sozial benachteiligte, marginalisierte und/oder diskriminierte Gruppen von besonderer Bedeutung. Die Maßnahmen sollten sich primär an alle Gefährdeten richten: Junge Menschen (speziell Schulentlassene ohne Abschlusszeugnis oder Berufsabschluss), Frauen (speziell Rückkehrerinnen in den Beruf), Ältere oder Migranten/innen.
 
In der Art und Weise wie der UNECSO-Lehrstuhl "Lifelong Guidance and Counselling" Bildung, Chancengleichheit sowie Schaffung offener Systeme und die Optimierung der Bildungs- und Berufswahl unterstützt, kann er zur Emanzipation und zur sozialen Weiterentwicklung dieser Zielgruppen beitragen. Er steht für eine echte Erfolgsaussicht, vor allem wenn es gelingt, Vorteile aus den Bemühungen der verschiedenen Forschungsgruppen zu ziehen, die sich für die Beseitigung sozialer Barrieren und Ungleichheiten (besonders die alters- und geschlechtsbezogenen) sowie für Kompetenzentwicklung und -management einsetzen. Der Lehrstuhl möchte ein integratives System für Forschung, Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sowie Information und Dokumentation im Bereich Bildungs- und Berufsberatung voranbringen. Auf diese Weise entsprechen die Vorhaben des Lehrstuhls den von der UNESCO festgeschriebenen Prioritäten.
 
Die Ziele des Lehrstuhls umfassen:

  • Schaffung einer allgemein zugänglichen Plattform für den Austausch guter Praxis-Methoden, Techniken und Instrumente in der Berufsberatung;
  • Förderung des Informationsaustauschs über Methoden der Berufsberatung durch offene Vorlesungen, Seminare, Workshops, regelmäßige wissenschaftliche Treffen und internationale Konferenzen;
  • Konzeption und Entwicklung von Curricula für die Berufsberaterausbildung sowie beruflichen Entwicklungsprogrammen für Beratungskräfte;
  • Koordination von Forschungsprojekten und -programmen, Betreuung von Ph.D.-Projekten und Dissertationen sowie die Organisation des Austauschs von Gast-Dozenturen;
  • Enge Zusammenarbeit mit der UNESCO im Rahmen wichtiger Programme.


Die Aktivitäten möchten zur Reflektion über die verschiedenen Modelle zur Unterstützung lebensbegleitender Berufsberatung beitragen. Dies soll zur aktiven Verbreitung wichtiger Innovationen, erreichter Ergebnisse, Implementation neuartiger Lösungen und Empfehlungen für die Weiterentwicklung lebensbegleitender Berufsberatung unter verschiedenen geografischen und kulturellen Gegebenheiten führen.

Eines der ersten Forschungsprojekte am Lehrstuhl wird eine Studie (Beginn 2014) über das Verhältnis der Menschen zu ihrer Arbeit in verschiedenen Regionen der Welt, sein. Unter Leitung von Prof. Geneviève Fournier (Laval Universität, Quebec, Kanada), setzt sich das Leitungsgremium aus folgenden Personen zusammen: Valérie Cohen Scali (CNAM, Frankreich), Annamaria Di Fabio (Universität Florence, Italien), Violetta Podgorna (Universität Wroclaw), Christian Maggiori (Universität Lausanne, Schweiz).

Kontakt:  unesco@pedagogika.uni.wroc.pl
www.pedagogika.uni.wroc.pl/unesco

(Nachdruck des zuerst im Newsletter des Internationalen Verbandes für Bildungs- und Berufsberatung (IAEVG/AIOSP) Nr. 75, Mai 2014 erschienenen Artikels mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber) Erschienen im nfb-Newsletter 02/2014