Presseinformation 08/ 2012 vom 26. Januar 2012
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Ohne eine hochwertige Bildungs- und Berufsberatung lässt sich der Weg durch das Erwerbsleben für die Einzelne und den Einzelnen heute kaum noch sicher planen. Zu zahlreich sind die Optionen, zu unüberschaubar die Folgen einmal getroffener Entscheidungen. Auf der Tagung „Perspektiven guter Beratung“ des Nationalen Forums Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung e.V. (nfb) und des Instituts für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg wurde am 19.01.2012 in Berlin ein erfolgreiches Modell präsentiert, um gute Bildungs- und Berufsberatung voran zu bringen. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Über 200 Expertinnen und Experten aus Politik, Praxis und Wissenschaft begrüßten die Initiative der Veranstalter, der Qualität guter Bildungs- und Berufsberatung eine hervorgehobene Bedeutung für die sichere Navigation durch die Arbeits- und Berufswelt und das Lernen im Lebenslauf zuzumessen.
„Qualität ist kein Selbstläufer, sie muss gewollt sein und in der Beratung eine Selbstverständlichkeit werden“, mit diesen Worten eröffnete Kornelia Haugg, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Konferenz „Perspektiven guter Beratung – Weiterentwicklung der Qualität und Professionalität in der Bildungs- und Berufsberatung“ im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in Berlin. Sie unterstrich dabei dass „gute Beratung für lebenslanges Lernen wichtig ist“ und „dass Bürgerinnen und Bürger erfahren, wo und wie sie gute Beratung erhalten können“.
Auf der Tagung wurde über die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Beratungsqualität in Bildung, Beruf und Beschäftigung“ berichtet und in verschiedenen Foren diskutiert. Durchgeführt wurde sie vom nfb und der Forschungsgruppe Beratungsqualität am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg.
In dem Projekt sind in einem offenen Koordinierungsprozess mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Praxis Qualitätsmerkmale guter Beratung, ein Kompetenzprofil für Beratende sowie ein Qualitätsentwicklungsrahmen entstanden und in 19 Beratungseinrichtungen erprobt worden. Prof. Dr. Reinhold Weiß vom Bundesinstitut für Berufsbildung begrüßte für den Koordinierungsbeirat des Projekts die Ergebnisse und empfahl für deren Umsetzung eine ergebnisoffene Machbarkeitsstudie. Aus einer internationalen Perspektive stellte der englische Beratungsexperte Prof. Anthony Watts die Bedeutung von guter Beratung als hohes individuelles und öffentliches Gut dar und unterstrich die Notwendigkeit der Qualitätssicherung durch Standards.
Auf der abschließenden Podiumsdiskussion wurden von den Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Praxis Qualitätsstandards für die Bildungs- und Berufsberatung und hohe Professionalität der Beraterinnen und Berater gefordert und die Projektergebnisse als ein wichtiger Meilenstein der Qualitätsentwicklung und Grundlage für deren Umsetzung
in der Praxis eingeschätzt. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD) schloss dabei nicht aus, dass ein Qualitätssicherungssystem gesetzlich geregelt werden sollte.
Das BMBF wird die Fortsetzung des Projektes für die nächsten zweieinhalb Jahre mit dem
Ziel fördern, die Implementierung der Ergebnisse voranzubringen.
Projektwebseite: www.beratungsqualitaet.net
Die Publikationen zum Projekt können unter info@beratungsqualitaet.net bestellt werden.
Weitere Informationen:
Susanne Schmidtpott
Nationales Forum Beratung e.V. (nfb)
Kurfürstenstraße 131, 10785 Berlin
Tel. 030–25 79 37 41, Fax 030-26 39 80 999
E-Mail: schmidtpott@forum-beratung.de