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Presseinformation 13/2013: Frühzeitige, begleitende Beratung unabdingbar für den Erfolg der europäischen Jugendgarantie - Europäisches Beratungsnetzwerk (ELGPN) veröffentlicht Studie

Berlin, 18. Dezember 2013

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Die im Frühjahr 2013 von den EU-Staatschefs beschlossene Jugendgarantie zur besseren und schnelleren Integration Jugendlicher in Ausbildung und Arbeit ist vor allem dann erfolgreich, wenn der Anspruch auf eine Arbeit oder Ausbildung innerhalb von 4 Monaten unterstützt und begleitet wird durch Beratungsangebote, die an den Bedürfnissen der Jugendlichen ansetzen.

Als Antwort auf die anhaltende und in einigen Ländern weiterhin steigende Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union  hatten sich die politisch Verantwortlichen der Mitgliedsländer auf eine „europäische Jugendgarantie“ geeinigt. Diese Initiative fordert, dass  jede/r Jugendliche bis zu 25 Jahren, der/die ohne Beschäftigung ist, innerhalb von vier Monaten ein qualitativ gutes Angebot für eine Arbeit, Berufsausbildung oder Weiterbildung bzw. ein Praktikum erhalten soll. Neben dem erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt durch Unterstützung bei der Arbeitssuche und Arbeitsaufnahme und  durch öffentlich geförderte Arbeitsmaßnahmen wird als dritte wichtige Säule zum Erfolg der Garantie die adäquate Bereitstellung von Bildungs- und Berufsberatung hervorgehoben.1 

Wie Beratung gestaltet sein sollte, um der Jugendgarantie zum Erfolg zu verhelfen, beschreibt eine soeben veröffentlichte Studie „Youth Guarantee and Lifelong Guidance“ des Europäischen Netzwerks für lebensbegleitende Beratung2, die im Rahmen der litauischen Ratspräsidentschaft am 11. Dezember 2013 bei der Plenarsitzung des Netzwerks in Vilnius der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Die Studie zeigt, welche Rolle lebensbegleitende Beratung bei der Bewältigung der enorm hohen Jugendarbeitslosigkeit spielen kann und wie Beratung für den Erfolg der Jugendgarantie mobilisiert werden könnte. Zahlreiche Beispiele aus europäischen Ländern verdeutlichen, mit welchen Beratungsangeboten, die Jugendgarantie unterstützt werden kann. Wichtig ist, dass sich die Angebote – um effektiv zu sein -  an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientieren müssen. Dass Bildungs- und Berufsberatung maßgeblich zum Gelingen der Jugendgarantie beiträgt, hatte bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Abschlusserklärung beim EU-Jugendgipfel am 3. Juli 2013 betont und den flächendeckenden Ausbau von Berufsberatungsstrukturen in Verbindung mit schulischer Berufsorientierung als eine der notwendigen Maßnahmen für den Erfolg der Jugendgarantie benannt.3 

Auf der Basis ihrer Recherchen kommen auch die Autoren der Studie zu der durchaus nachvollziehbaren Schlussfolgerung: „Ohne lebensbegleitende Bildungs- und Berufsberatung könnte die Jugendgarantie lediglich eine temporäre Erscheinung bleiben, um Jugendliche von der Straße zu holen, jedoch mit begleitender guter Beratung aber kann sie zu einem Sprungbrett für eine bessere Zukunft werden.“

Das Nationale Forum Beratung, selbst Mitglied in der deutschen Delegation im ELGPN4, unterstützt die Empfehlungen der Untersuchung und  wird sie durch eine offensive Verbreitung der Ergebnisse für Politik und Praxis nutzbar machen. Das nfb ist überzeugt, dass auch in Deutschland die europäische Jugendgarantie nur mit einem qualitativ und quantitativ weiterhin auszubauenden Beratungsangebot, das auf die Bedürfnisse der jungen Menschen zugeschnitten sein muss, zu einem nachhaltigen Erfolg geführt werden kann.

Kontakt: Nationales Forum Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung e.V. (nfb)
Dr. Bernhard Jenschke / Judith Frübing,
info@forum-beratung.de
Tel.: +49 (0)30 2579 3741

Download Studie "The Youth Guarantee and Lifelong Guidance"

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1 Europäische Kommission: GD Beschäftigung, Soziales und Integration: „Jugendgarantie“ http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=1079&langId=de.
2 Bors Borbély-Pecze, Tibor & Hutchinson, Jo: the Youth Guarantee and Lifelong Guidance, ELGPN-Concept Note No. 4,  Jyväskylä 2013. Die Studie steht (in englischer Sprache) als Download unter: http://ktl.jyu.fi/ktl/elgpn zur Verfügung. Eine deutsche Übersetzung wird Anfang 2014 unter www.forum-beratung.de veröffentlicht.
3 Erklärung von Bundeskanzlerin Merkel zum Abschluss der Berliner Konferenz zur Jugendbeschäftigung am 3. Juli 2013, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: Pressemitteilung Nr. 243/13 vom 3. Juli 2013, Seite 2
4 Die deutsche ELGPN-Delegation wird federführend vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geleitet; weitere Delegationsmitglieder sind je ein/e Vertreter/in der Kultusministerkonferenz (KMK), der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Nationalen Forums Beratung (nfb). Das ELGPN ist ein von den 28 Mitgliedstaaten der EU getragenes Netzwerk, das die Politik lebensbegleitender Beratung in den Mitgliedstaaten und der EU beratend durch die Entwicklung von Instrumenten und Handreichungen sowie durch Peer-Learning und Studienbesuche unterstützt (http://www.elgpn.eu).