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Pressemitteilung 01/2015: Gute Beratung ist teuer – schlechte kostet ein Vermögen

Berlin, 22. Januar 2015

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Qualitätsstandards, ein Kompetenzprofil und ein Qualitätsentwicklungsrahmen sind die Eckpfeiler eines integrierten Qualitätskonzepts für die Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung, das Beratungsanbieter, Beraterinnen und Berater ebenso wie Verantwortliche in Politik und Verwaltung dabei unterstützt, die Qualität ihrer Beratungsangebote zu überprüfen und zu verbessern und damit die Folgekosten unzureichender oder schlechter Bildungs- und Berufsberatung zu vermeiden.

Das Nationale Forum Beratung (nfb) und das Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg (IBW) präsentieren hiermit der Fachöffentlichkeit das „BeQu-Konzept“ für professionelle Beratung und stellen es interessierten Nutzerinnen und Nutzern in Praxis und Politik zur Verfügung. Das Konzept wurde in einem „Offenen Koordinierungsprozess“ mit zahlreichen Expertinnen und Experten sowie Verantwortlichen aus Praxis und Politik und mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelt und von der Mitgliederversammlung des nfb verabschiedet.

Die Veröffentlichungen zum BeQu-Konzept stehen zum kostenfreien Download unter  https://www.wbv.de/openaccess.html sowie unter www.beratungsqualitaet.net zur Verfügung. Beraterinnen und Berater, Führungskräfte in Beratungsorganisationen, politisch Verantwortliche und Ratsuchende sollen auch künftig die Möglichkeit haben, aktiv die Entwicklung der Beratungsqualität mit dem BeQu-Konzept mit zu gestalten: Die heute freigeschaltete Online-Version des BeQu-Konzepts unter http://bequ-konzept.beratungsqualitaet.net/ bietet dafür vielfältige interaktive Möglichkeiten.

Qualitätsvolle Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung ist eine wesentliche Voraussetzung, damit Menschen sich in der unübersichtlichen Bildungslandschaft und der sich stets wandelnden Arbeitswelt zurechtfinden können. Gute Beratung unterstützt Jugendliche und Erwachsene darin, tragfähige Bildungs- und Berufsentscheidungen zu treffen, die Ihren Interessen und Fähigkeiten gerecht werden. Sie hilft ihnen, ihre berufliche Laufbahn selbständig zu gestalten, sich kontinuierlich fortzubilden („Lebensbegleitendes Lernen") und so ihre individuelle Beschäftigungsfähigkeit zu sichern. Professionelle Beratung verfolgt auch das Ziel, gerechte Bildungs- und Erwerbschancen und damit gesellschaftliche Teilhabe, insbesondere für benachteiligte Bevölkerungsgruppen, zu fördern. Nicht zuletzt trägt sie zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und damit zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft bei. Auf diese Weise können auch die gesellschaftlichen und individuellen Kosten beruflicher Fehlentscheidungen oder unzureichender Qualifizierung nachhaltig gesenkt werden.

Um dies zu erreichen muss die Gesellschaft in Beratungsqualität investieren, denn Beratung ist nicht per se „gut“, sondern sie muss ihre Qualität an Hand allgemein anerkannter Standards kontinuierlich überprüfen und sichern. Orientierung am Ratsuchenden, Transparenz des Beratungsprozesses, ethische Prinzipien, Beziehungsgestaltung, Vertraulichkeit und Ergebnisoffenheit sind einige der zentralen Qualitätsstandards guter Beratung, für die Beraterinnen und Berater gut qualifiziert sein müssen. Das BeQu-Konzept beschreibt aber auch die Anforderungen an die erforderlichen organisationalen und politischen Rahmenbedingungen professioneller Beratung. Hier sind Beratungsorganisationen sowie Verantwortliche in Politik und Verwaltung gefragt, die durch die Gestaltung beratungsförderlicher Strukturen, Prozesse und gesetzlicher Rahmungen ihren Teil zum Gelingen guter Beratung beitragen müssen.

Das BeQu-Konzept unterstützt nicht nur Beratungsanbieter, es hilft auch Fördermittelgebern und Verantwortlichen in Politik und Verwaltung bei der Beurteilung der Qualität der von ihnen geförderten Beratungsangebote. Es unterstützt Beraterinnen und Berater bei ihrer eigenen Kompetenzentwicklung und vor allem gibt es Ratsuchenden eine Orientierung bei der Suche nach einer qualitätsvollen Beratung. Damit – so Karen Schober, Vorsitzende des nfb –  „sind wir dem Ziel des nfb,  für alle Beteiligten mehr Transparenz über die Qualität von Beratungsangeboten zu schaffen und einen besseren Verbraucherschutz in diesem Bereich zu erreichen, einen großen Schritt näher gekommen.“

Auf der Basis einer breiten Beteiligung von Wissenschaft, Praxis, Politik und Fachverbänden und durch die praktische Erprobung in rd. 50 Beratungseinrichtungen wurden sowohl eine solide wissenschaftliche Basis als auch eine hohe Praxisnähe des BeQu-Konzepts erreicht: „ Das Wechselspiel zwischen wissenschaftlicher Fundierung und den sehr engagierten und produktiven Diskussionen mit den Expertinnen und Experten entspricht auch meinem persönlichen Modell von Wissenschaft, d.h. nicht nur im Elfenbeinturm zu forschen, sondern diesen Austausch mit der Praxis zu suchen. Nun muss es darum gehen im Feld der Beratung ein Commitment für eine lebendige Qualitätsbewegung zu gewinnen“ - so Projektleiterin Professor Christiane Schiersmann vom IBW der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Das Nationale Forum Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung e.V. (nfb) ist ein gemeinnütziger, konfessionell und parteipolitisch unabhängiger Verein, der sich als  Netzwerk aller Akteure in den Bereichen der Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung versteht. Sein Ziel ist die Förderung  der fachgerechten Beratung in Deutschland zur Unterstützung des lebenslangen Lernens (www.forum-beratung.de).

Kontakt:
Karen Schober, Susanne Schmidtpott; info@forum-beratung.de; Tel.: +49 (0)30 2579 37 42