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Pressemitteilung 03/2015 - Erfolgreiche Integration von Flüchtlingen unterstützen durch qualifizierte Bildungs- und Berufsberatungsangebote – nfb unterstützt das Kommuniqué der Internationalen Vereinigung für Bildungs- und Berufsberatung (IAEVG) zur Bedeutung guter Beratung

Berlin, 02. November 2015 -

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Vor dem Hintergrund der aktuellen krisenhaften Flüchtlingssituation fordert die Internationale Vereinigung für Bildungs- und Berufsberatung (IAEVG) in ihrem aktuellen Kommuniqué die poli-tisch Verantwortlichen, Träger und Praktiker/innen aus der Bildungs- und Berufsberatung auf, durch die Entwicklung und zeitnahe Bereitstellung kultursensibler und sinnstiftender Beratungsangebote die Willkommenskultur für Flüchtlinge und deren Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben in den Ankunftsländern zu verbessern. Diesem Appell schließt sich das nfb uneingeschränkt an.

Viele Flüchtlinge erleben in ihren Ankunftsländern Instabilität und Unsicherheit in fast allen Lebens-bereichen. Sie haben oft kaum Zugang zu Bildung und Beschäftigung und wenig Unterstützung bei der Suche nach einträglicher Beschäftigung. Vor allem Kinder und Jugendliche entwickeln dadurch oft langfristig große Bildungslücken und Defizite in ihrer sozialen und intellektuellen Entwicklung. Die Konsequenz ist eine zunehmende Segregation von Migrantinnen und Migranten in befristete Niedriglohnarbeit und prekäre Arbeitsbedingungen.

Die Entwicklung von professionellen Beratungsangeboten speziell für Flüchtlinge kann helfen, ihr Selbstvertrauen und ihre Zuversicht in die Zukunft zu stärken, ihre Aus- und Weiterbildungsbedarfe zu erkennen, ihre Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern und Beschäftigungsstabilität zu erreichen. Flüchtlinge sollten dabei eine eigene Stimme bei der Ermittlung ihrer Bedürfnisse und bei der Kon-zeption und Gestaltung der für sie zu entwickelnden Leistungen haben.  Dieses erfordert einen kontinuierlichen, gemeinsamen Dialog, zu dem das nfb ausdrücklich auffordert.

Auch wenn gegenwärtig der Schwerpunkt auf dem unmittelbaren Bedarf an überlebensnotwendigen Leistungen liegt, ist zu bedenken, dass sich diese Bedarfe verändern werden, denn Flüchtlinge sind nicht nur Menschen, die Zuflucht suchen, sondern unsere künftigen Mitbürger/innen, Nachbarn/innen und Mitarbeiter/innen. Leistungen und Angebote für eine sinnvolle Teilhabe an Bildung und Beschäftigung dienen somit auch dem Gastgeberland und müssen daher langfristig begleitend auf- und ausgebaut werden.

Die Internationale Vereinigung für Bildungs- und Berufsberatung (IAEVG/AIOSP; www.iaevg.org) hat sich in ihrem aktuellen Kommuniqué zu diesen Herausforderungen und der damit verbundenen Verantwortung aller Akteure/innen im Feld der Beratung mit mehr als 22.000 Mitgliedern weltweit bekannt Darin heißt es u.a.:

„Der IAEVG-Vorstand lädt alle Mitglieder ein, aktiv auf diese Krise zu reagieren, indem sie die Herausforderungen für Politik und Praxis beruflicher Beratung aufzeigen, um den Bedürfnissen von Flüchtlingen gerecht zu werden. … Den Mitgliedern der IAEVG kommt eine wichtige Rolle dabei zu, Forschung und Praxis für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen anzuleiten und zu fördern und politisch Verantwortliche und Arbeitgeber bei ihren Bemühungen zu unterstützen“.

Das Kommuniqué ist dieser Pressemitteilung als Anhang beigefügt und steht als Download unter www.forum-beratung.de und in englischer, französischer, deutscher und spanischer Sprache unter www.iaevg.org zur Verfügung.

Anhang:
IAEVG Kommuniqué zur Bildungs- und Berufsberatung für Flüchtlinge; Tsukuba, Japan 2015. (Deutsch)

IAEVG Communiqué on Educational and Career Guidance for Displaced Migrants, Tsukuba, Japan 2015 (Englisch)

Kontakt und V.i.S.d.P:
Karen Schober, Susanne Schmidtpott; info@forum-beratung.de; Tel.: +49 (0)30 2579 3741/42
Ansprechpartner für weitere Informationen zur IAEVG:
D. Peter C. Weber, Mitglied im Vorstand der IAEVG, Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg: pweber@ibw.uni-heidelberg.de