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Pressemitteilung 04/2015: Keine Berufslenkung beim Übergang Schule – Beruf! Professionelle Beratung sicherstellen!

Berlin, 05. November 2015 -

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Mit Blick auf die hohe Komplexität des Übergangsbereichs begrüßt das nfb in seinem aktuellen Positionspapier zur Beratung am Übergang Schule  - Beruf die vielfältigen Programme und Initiativen für einen gelingenden Übergang Jugendlicher in Ausbildung und Beruf. In diesem Zusammenhang warnt das nfb jedoch auch davor, dass die grundgesetzlich garantierte Berufswahlfreiheit gefährdet sein kann, wenn Jugendlichen keine interessenneutrale und professionelle Beratung zur Seite steht, und fordert eine ergebnisoffene Beratung.

Aufgrund der unterschiedlichen gesetzlichen Zuständigkeiten der beteiligten Akteure im Übergang Schule – Beruf/Studium stehen – so das nfb – häufig organisationale und institutionelle Fragen im Vordergrund von Beratungsangeboten. Ziel müsse hingegen sein, an den subjektiven Interessen der Jugendlichen ansetzende Angebote vorzuhalten, in denen inhaltliche Fragen sowie die Qualitätsstandards ergebnisoffener Beratung den gebührenden Raum einnehmen: „Die Interventionen der Akteure … haben in der Regel einen verpflichtenden Angebotscharakter; wesentlich für die Erfahrung von Selbstwirksamkeit wären mehr auf Dauer und personelle Kontinuität angelegte nachfrageorientierte Angebote“.

Das nfb begrüßt die im Koalitionsvertrag 2013 beschlossene zunehmende Einrichtung von Jugendberufsagenturen in den Ländern, mit denen eine rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit von gesetzlichen Akteuren bei der Übergangsbegleitung erfolgen soll. Das nfb stimmt daher auch ausdrücklich den Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge vom 23. September 20151 zu, die Merkmale und Voraussetzungen für eine zielorientierte und systematische Entwicklung der erforderlichen lokalen Arbeitsstrukturen und Kooperationsprozesse formulieren.

Das nfb fordert daher, dass die Zusammenarbeit in den Jugendberufsagenturen vorrangig nach fachlich-inhaltlichen Aspekten gestaltet werden muss, um kontraproduktive Doppel- oder Mehrfachberatung durch wechselnde Ansprechpartner zu vermeiden. Hierfür werden nicht nur fachlich qualifizierte Beraterinnen und Berater gebraucht, es ist auch nötig, Standards dafür festzulegen, welche Leistungen von jeder Jugendberufsagentur erwartet werden können.

Das Qualitätskonzept des nfb bietet vielfältige Ansatzpunkte für die Entwicklung von Qualitätsstan-dards in solchen gemeinsamen Beratungseinrichtungen ebenso wie für die Kompetenzanforderungen an Beratende. Das Portal www.beratungsqualitaet.net bietet Informationen über dieses BeQu-Konzept und darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich an dessen Anpassung und Weiterentwicklung für die speziellen Belange der Beratung am Übergang Schule – Beruf zu beteiligen. Das nfb steht für Gespräche hierzu zur Verfügung und bietet Praktikerinnen und Praktikern ebenso wie politisch Verantwortlichen seine Expertise an.

Das Positionspapier zum Stellenwert der Beratung im Übergangsbereich von der Schule in die weiterführenden Bildungsgänge des Berufsbildungssystems und/oder des Studiums wurde durch eine Arbeitsgruppe von nfb-Mitgliedern erarbeitet und vom Vorstand und der Mitgliederversammlung am 29. Oktober 2015 beschlossen.

Anhang: Beratung im Übergang Schule – Beruf Positionspapier des Nationalen Forums Beratung zum Stellenwert der Beratung im Übergangsbereich von der Schule in die weiterführenden Bildungsgänge des Berufsbildungssystem und/oder des Studiums (Download unter www.forum-beratung.de).

Kontakt: Bent Paulsen, Susanne Schmidtpott, info@forum-beratung.de; Tel.: 030/2579 3742

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1 https://www.deutscher-verein.de/de/empfehlungen-stellungnahmen-2015-unterstuetzung-am-uebergang-schule-beruf-empfehlungen-des-deutschen-vereins-fuer-eine-gelingende-zusammenarbeit-an-den-schnittstellen-der-rechtskreise-sgb-ii-sgb-iii-und-sgb-viii-1859,604,1000.html