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Pressemitteilung 05/2015: Europäische Instrumente für eine Politik lebensbegleitender Beratung – neue Leitlinien für Politik und Praxis der Bildungs- und Berufsberatung veröffentlicht

Berlin, 03. Dezember 2015

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Das Europäische Netzwerk für eine Politik lebensbegleitender Beratung (ELGPN) legte auf seiner Plenartagung am 24. November 2015 im finnischen Jyväskylä Leitlinien zur Politikgestaltung und Systementwicklung der Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung vor, die die Regierungen der Mitgliedstaaten in der EU und die EU-Kommission bei der Entwicklung transparenter und kohärenter Beratungsstrukturen und -systeme unterstützen können.

Aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie die erfolgreiche Gestaltung des Übergangs von der Schule in Ausbildung und Beruf, die künftige Sicherung der Fachkräftebasis und die Realisierung lebensbegleitenden Lernens, die erfolgreiche Integration von Flüchtlingen ebenso wie die Strategien für „Aktives Altern“ in einer alternden Gesellschaft signalisieren einen steigenden Bedarf an leicht zugänglicher professioneller Bildungs- und Berufsberatung. Denn gute Beratung leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung bildungs-, sozial- und arbeitsmarktpolitischer Ziele. Sie hilft, tragfähige Bildungs- und Berufsentscheidungen zu treffen und Fehlentscheidungen vorzubeugen, Abbruchquoten aus dem Bildungssystem und Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu reduzieren und gesellschaftliche Teilhabe und soziale Inklusion voranzubringen.

Die politisch Verantwortlichen in den Mitgliedstaaten und in der Europäischen Union sind daher gut beraten, für den Auf- und Ausbau effektiver Beratungsstrukturen und Angebote in ihren Ländern zu sorgen und ihre bestehenden Systeme auf deren Effektivität und Effizienz hin zu überprüfen. Denn effektive und qualitätsgesicherte Beratungsangebote leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der im Rahmen der EU 2020-Strategie von den EU-Mitgliedstaaten verabredeten Ziele: Steigerung der Beschäftigungsquote, Verminderung des vorzeitigen Schulabgangs, Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung.

Hierfür haben die im ELGPN versammelten 28 Mitgliedstaaten die folgenden Referenzinstrumente entwickelt, die die politischen Entscheidungsträger/innen bei der Überprüfung und Weiterentwick-lung ihrer Beratungssysteme unterstützen können:

  • Leitlinien für die Entwicklung politischer Strategien und Systeme lebensbegleitender Bera-tung. Ein Referenzrahmen für die EU und die Europäische Kommission
  • Politische Strategien zur Entwicklung und Umsetzung Berufsbiografischer Gestaltungskom-petenzen (Career Management Skills, CMS)
  • Stärkung der Qualitätssicherung und Evidenzbasierung lebensbegleitender Beratung

Die Instrumente geben Antworten auf Fragen wie „Was muss getan werden, damit alle Bürger/innen Berufslaufbahnkompetenzen (CMS) entwickeln können, um ihren Bildungs- und Berufsweg eigenständig und eigenverantwortlich gestalten zu können?“ „Welche Anforderungen müssen an die Qualität von Beratungsdienstleistungen und an die Kompetenzen der Beratenden gestellt werden und was muss getan werden, um die Qualität der Beratungsdienstleistungen zu verbessern und die Professionalität von Beratungsfachkräften zu stärken?“ und: „Wie kann die Qualität der Beratung gemessen werden und welche Evidenz gibt es für die Wirkungen von Beratungsdienstleistungen?“ 

Die Instrumente sind im Volltext und als Kurzfassung in englischer Sprache auf der ELGPN-Webseite zum Download verfügbar (http://www.elgpn.eu/publications). Deutsche Übersetzungen ausgewählter Texte stehen auf der nfb-Webseite zur Verfügung (http://www.forum-beratung.de/europaeisches-netzwerk-fr-beratung-elgpn/index.html). Druckexemplare können in begrenzter Anzahl beim nfb bestellt werden.

Das ELGPN ist ein seit 2009 bestehendes, von den EU-Mitgliedstaaten getragenes und gesteuertes europäisches Netzwerk, das aus Mitteln des ERASMUS+ Programms der EU-Kommission gefördert wird (http://www.elgpn.eu/about-us). Deutschland ist in dem Netzwerk durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Kultusministerkonferenz (KMK), die Bundesagentur für Arbeit (BA) und das nfb als Nichtregierungsorganisation vertreten und hat aktiv an der Entwicklung der Instrumente mitgearbeitet. Die Mitarbeit des nfb wurde durch das BMBF gefördert. Alle Informationen und bisherigen Publikationen aus dem ELGPN sind über die nfb-Webseite zugänglich (http://www.forum-beratung.de/europaeisches-netzwerk-fr-beratung-elgpn/index.html).

Kontakt/ Ansprechpartner/in:  
Karen Schober, Judith Langner (nfb) info@forum-beratung.de; Tel.: 030/2579 3741