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Fifth International Symposium on Career Development and Public Policy

14.-17.11.2009

Das 5. Internationale Symposium fand vom 14. – 17. November 2009 in Wellington/Neuseeland statt und widmete sich folgenden vier Themenschwerpunkten:

  • Wandel in der Beratung durch neue Technologien (Transformation technology)
  • Nachweis, dass Beratung wirkt (Prove it works)
  • Stärkung der Rolle der Bürgerinnen und Bürger bei der Gestaltung der Beratungsangebote (Role of the citizen)
  • Berücksichtigung kultureller/ethnischer Diversität (Culture counts)


Als Schlussdokument wurde ein Kommuniqué mit Handlungsempfehlungen zu diesen Themenfeldern verabschiedet, das nun breit an die politisch Verantwortlichen in möglichst vielen Ländern, an Praktikerinnen und Praktiker und Expertinnen und Experten verteilt wird. Das Kommuniqué wird hier in Auszügen in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Der englische Originaltext steht auf der Webseite des „International Center for Career development and Public Policy“ (ICCDPP): www.iccdpp.org. Die vollständige deutsche Übersetzung finden Sie auf der Webseite des nfb www.forum-beratung.de unter „Aktuelles“.
Karen Schober

Kommuniqué des 5. Internationalen Symposiums „Career Development and Public Policy“, Wellington/Neuseeland, 14. – 17. November 2009:

Fünftes Internationales Symposium für Berufslaufbahnentwicklung und Politik
Auszug aus dem Kommuniqué: (Übersetzung Karen Schober)

„3. Handlungsempfehlungen

Thema 1: Nachweisen, dass Beratung wirkt

Grundsätze:

  • empirische Beweise sind wichtig, um die Politik zu informieren und die Praxis zu verbessern;
  • dies schließt beides ein: ‚was wir lernen wollen‘ und ‚was wir beweisen wollen‘;
  • jeder öffentlich geförderte Beratungsdienst muss die Zurechenbarkeit seiner Leistungen demonstrieren.

Die Länder werden ermutigt:

  • Forschungsvorhaben über die Wirksamkeit verschiedener Beratungsformen und –angebote anzuregen;
  • Bezugssysteme für die Zurechenbarkeit zu entwickeln und untereinander auszutauschen;
  • bei der Datensammlung für Längsschnittstudien in Zusammenarbeit mit Bildungsökonomen eine Basis für Kosten-Nutzen Analysen zu schaffen (unter Einbeziehung qualitativer Indikatoren).


Das ICCDPP wird aufgefordert:

  • ein Bezugssystem für ein gemeinsames Zurechenbarkeitsmodell zu entwickeln als Grundlage für einen internationalen Erfahrungsaustausch und ggf. auch für ein internationales Benchmarking;
  • dieses Bezugssystem soll die Aspekte Qualität, Zugang und Wirkung abdecken;
  • eine Plattform für einschlägige Forschungsergebnisse bereitzustellen, die es den Ländern ermöglicht, für sie relevante Forschungsberichte zu finden.

 

Thema 2: Kultur zählt

Grundsätze:
wirksame Bildungs- und Berufsberatungspraxis muss über verschiedene kulturelle Kontexte Bescheid wissen;

  • kulturelle Kompetenzen müssen verbindlich sein für Beratungspraktikerinnen und Beratungspraktiker, die mit Ratsuchenden aus verschiedenen Kulturen arbeiten.
  • In Ländern, in denen Beratungsdienste für verschiedene Bevölkerungsgruppen angeboten werden, werden die Länder ermutigt:
  • mit Ausbildungsstätten und/oder anderen Einrichtungen gemeinsam zu erkunden, wie das Training für kulturelle Kompetenzen und deren Supervision in bestehende Ausbildungsprogramme für Berater/innen integriert werden können;
  • Konsultationen mit Meinungsführerinnen und Meinungsführern und anderen führenden Persönlichkeiten in verschiedenen kulturellen Gemeinschaften durchzuführen, die sie bei der Entwicklung von Beratungsangeboten beraten und über deren Wirksamkeit berichten;
  • Strategien zu überlegen, wie Beratungspraktikerinnen und Beratungspraktiker verschiedener kultureller Herkunft rekrutiert werden können.

Alle Länder werden ermutigt:

  • ihre Ressourcen, Forschungsarbeiten und erfolgreichen Ansätze für eine kulturell sensible Beratungspraxis (Kompetenzrahmen, Konsultations-Mechanismen, Ausbildungsprogramme) auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene auszutauschen.
  • Das ICCDPP wird aufgefordert:
  • die Materialien auf der Webseite um Erfolg versprechende Beispiele der Beratungsarbeit in kulturell verschiedenen Kontexten zu erweitern;
  • solche Forschungsarbeiten hervorzuheben, die Einblick in effektive, kulturell unterschiedliche Praxis geben.

 

Thema 3: Wandel durch neue Technologien

Grundsätze:

  • Technologie kann persönliche Beratungsdienste verändern und weiterentwickeln, aber nicht ersetzen.
  • die Art der Transformation ist abhängig vom Zweck der verschiedenen Technologien und von den Zugangsmöglichkeiten zu moderner Technologie;
  • die Transformation wird sich so fortentwickeln müssen, wie sich Technologie und wirkungsvolle Praxis kontinuierlich weiterentwickeln.

Die Länder werden ermutigt:

  • frühzeitig auf die Zweckbestimmung und Nachhaltigkeit von Initiativen zu achten, die mit der Nutzung neuer Technologie verbunden sind;
  • das Spannungsverhältnis von öffentlichen und privaten Räumen zu beachten, z.B. in Bezug auf die Einführung von E-Portfolios und die Nutzung von Webseiten Sozialer Netzwerke;
  • die Endnutzerinnen und Endnutzer (insbesondere junge Menschen) aktiv in die Gestaltung von elektronischen Beratungsdiensten einzubeziehen;
  • die Ausbildung von Beratungspraktikerinnen und Beratungspraktikern so weiterzuentwickeln, dass moderne Technologie in ihre tägliche Praxis integriert wird (Einbeziehung von Praktikerinnen und Praktikern, die die Nutzung moderner Technologie exemplarisch demonstrieren können), um so deren Potenzial für eine größere Autonomie der Kunden voll auszunutzen.

Das ICCDPP wird aufgefordert:

  • ein „good practice centre“ zu entwickeln (einschließlich eines Kodex für gute Praxis, eines ICT-Bezugsrahmens für Beratungspraktiker usw.).

 

Thema 4: Rolle der Bürgerinnen und Bürger

Grundsätze:

  • öffentliche Beratungsdienste haben eine moralische und politische Verpflichtung, die End-Nutzer/innen konsultierend einzubeziehen;
  • in der Gestaltung von Beratungspolitik und Beratungsprogrammen sollte der Beziehung zwischen Berufslaufbahnentwicklung und bürgerschaftlichem Engagement sowie gesellschaftlichen Bedürfnissen mehr Beachtung geschenkt werden;
  • Nutzerinnen und Nutzer sollten nicht nur durch Feedback-Befragungen über den erhaltenen Service einbezogen werden, sondern auch in eine gemeinsame Gestaltung der Beratungsdienste und deren zugrunde liegenden politischen Überzeugungen.
  • Die Länder werden ermutigt:
  • grundlegende Wertvorstellungen als Basis für ihre Strategien und Politiken zu entwickeln;
  • Indikatoren für das Bürger-Engagement auf allen Ebenen zu entwickeln und zu verbreiten;
  • kreative Methoden für die Einbeziehung der Endnutzerinnen und Endnutzer zu entwickeln einschließlich Marktforschung, partizipative Forschungsansätze und frühzeitige Konsultationen bei Repräsentanten der End-Nutzer-Gruppen.


Übergreifende Aufgaben des ICCDPP

Das ICCDPP wird aufgefordert:

  • für die vier Themen des Internationalen Symposiums 2009 einen Bezugsrahmen zu formulieren als Basis für die weltweite Zusammenarbeit in den nächsten 2 Jahren;
  • seine Webseite „aufzurüsten“, um sie zu einem Instrument für aktives Netzwerken zu machen (z.B. für Nutzer-Kommentare über die bereitgestellten Materialien) und sie auf die vier Symposiums-Themen zu fokussieren;
  • für jedes Thema einen/eine Koordinator/in zu benennen, der/die - von einer kleinen Task Group unterstützt - einen Aktionsplan ausarbeiten und implementieren soll, auf dessen Basis beim Internationalen Symposium 2011 berichtet werden kann;
  • ein Mentoring und Co-Mentoring zwischen den Ländern anzuregen und zu unterstützen. Dieses kann sowohl „privat“ als auch „öffentlich“ organisiert werden (Bericht beim IS 2011).“