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"Lern doch, was Du willst - gute und qualitätsvolle Bildungsberatung ist gestaltbar?!"

12.11.2012-

Auferstehungskirche (Umweltforum), Berlin

Zunächst Verwirrung stiftend, war die mit dem  Veranstaltungstitel gemeinte Aufforderung dann doch bei richtiger Betonung auf „DU WILLST“ schnell klar: Nicht Abwehr und verächtliche Gleichgültigkeit gegenüber den Ratsuchenden, sondern die aktive Zuwendung und die Unterstützung beim Finden der eigenen Ziele sind gemeint.

Dies erläuterte nach der Begrüßung durch Staatssekretär  Farhard  Dilmanghani von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen des Landes Berlin (SenAIF)  Prof. Dr. Joachim Ludwig von der Universität Potsdam: „Bildungsberatung ist immer pädagogische Beratung in einem Spannungsverhältnis zwischen Beratungsanliegen der Ratsuchenden einerseits und normativen Anforderungen der pädagogisch Handelnden bzw. der Gesellschaft andererseits.“

In dem, was gute Bildungsberatung ausmacht, sind sich Österreich und das Land Berlin sehr einig, selbst wenn es im Titel mit der Frage „Gute und qualitätsvolle Bildungsberatung ist gestaltbar?“ so klingt, als zweifle man noch. Beide Länder haben im Rahmen eines „Peer Review“  von Oktober 2011 bis Juni 2012 gegenseitig ihre Beratungspraxis erkundet und bewertet,  ihre Ergebnisse veröffentlicht und im Rahmen dieser Fachtagung vorgestellt.  Erstmals wurde dafür eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, und dem Österreichischen Bildungsministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Abteilung Erwachsenenbildung, abgeschlossen.

In drei Reviews zu den Themen Dokumentation von Beratung, Qualitätssicherung und Entwicklung sowie Zugang, Erreichbarkeit und Transparenz von Bildungsberatung beobachteten, analysierten und reflektierten Teams aus bis zu fünf Reviewern/innen  sich gegenseitig  im Rahmen von Vor-Ort-Besuchen.  Ihre Antworten auf die Fragestellung „Wie macht Ihr das eigentlich in Österreich und Berlin?“ stellten sie bei der Fachtagung in verschiedenen thematischen Schwerpunkten zu Aspekten wie Vernetzung, Qualität, Erfolge in der Bildungsberatung, Zielgruppen, Dokumentation, sowie Zugang und Erreichbarkeit  vor.

Neben zahlreichen parallelen Entwicklungen zeigten sich auch spannende Unterschiede, vor allem aber hoben alle Beteiligten die hohe Qualität der Diskussion und Reflexion hervor: Authentizität, Lebendigkeit und ein starker Praxisbezug kennzeichneten den Umgang der Reviewer-Teams miteinander. „ Wir sehen uns in unserem Zugang und unseren Ansätzen einer öffentlichen, neutralen und qualitätsvollen Bildungsberatung bestätigt!“ so die gemeinsame Botschaft von Regina Barth, Abteilung Erwachsenenbildung im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Wien,  und Margrit Zauner, Leiterin des Referats Berufliche Qualifizierung der SenAIF.

Zum Abschluss würdigte Margrit Zauner „5 Jahre Qualitätssicherung nach dem Berliner Modell“. Die zweite LQW-Testierung sei abgeschlossen, und nun sei man mit dem „Berliner Weg“ auch bundesweit unterwegs. Es sei nun an der Zeit, auch einmal innezuhalten und sich die eigene Leistung und die Erfolge bewusst zu machen, das Angebot zu sichern und inhaltlich weiterzuentwickeln. Fragen, Abgrenzung und Weiterentwicklung würde es weiterhin geben, aber einig sei man im Ziel, nämlich die Bildungsberatung professionell aufzustellen, so dass Ratsuchende bestmöglich darin unterstützt werden, ihre Entscheidung zu treffen und zu lernen, was sie (wirklich) wollen.

Susanne Schmidtpott, nfb

Weitere Informationen unter: http://www.kos-qualitaet.de/Fachtagung12112012.html