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Dresdner Bildungsbahnen

Die „Dresdner Bildungsbahnen“ entstanden im Rahmen von „Lernen vor Ort“ (LvO) und sind ein Verbundprojekt der Stadt und der Volkshochschule Dresden e.V. Sie streben an eine neutrale, kostenlose Bildungsberatung aufzubauen und dauerhaft einzurichten. Inhaltlich wie räumlich ist diese an den örtlichen Gegebenheiten ausgerichtet und in bestehende Strukturen eingebunden.
Bereits vor der Eröffnung der Beratungsstellen in fünf Ortsämtern - Bildungshaltestellen genannt - suchten die Mitarbeiterinnen intensiven Kontakt zu den Akteuren der einzelnen Stadtteile. Dabei verschafften sie sich einen umfassenden Überblick über die Bildungslandschaft und -angebote und legten das Fundament für ihre Bekanntheit und Vernetzung. Dies bot gleichzeitig die Chance, zukünftige Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Vereinen, Institutionen, Bildungsanbietern oder anderen Beratungseinrichtungen zu prüfen.
Seit April 2010 wird in den Bildungshaltestellen beraten. Ob Finanzierung, beruflicher oder Freizeitkontext – die insgesamt zehn Mitarbeiterinnen stehen für jegliche Anliegen rund um Bildung, Beruf und Beschäftigung zur Verfügung. Sie orientieren sich dabei an den Fähigkeiten, Interessen und bisherigen Erfahrungen der Ratsuchenden und geben Hilfe zur Selbsthilfe. Unterstützend können dazu Kompetenzbilanzierungen im Rahmen psychologischer Diagnostik genutzt werden, da drei der Bildungsberaterinnen Diplompsychologinnen sind.
Das Mobile Team mit zwei Mitarbeiterinnen präsentiert die Projektziele und Angebote der Bildungshaltestellen bei Veranstaltungen und gestaltet durch Aktionen wie ein Glücksrad auch Stadtteilfeste aktiv mit. Es trägt entscheidend dazu bei, dem Motto „Lernen vor Ort“ gerecht zu werden – durch engagierte Ansprache und Weitervermittlung der Dresdnerinnen und Dresdner. Um diesem Anliegen noch besser entsprechen zu können, wird ab Mai ein Bildungsbus zum Einsatz kommen. Er wird das Angebot der Bildungsbahnen auch in jene Teile der Stadt bringen, deren Bewohner bislang noch von keiner wohnortnahen Bildungshaltestelle profitieren. Der umgebaute Gelenkbus bietet sowohl Informationsmöglichkeiten in einem interaktiven Bildungsfoyer als auch einen separaten Bereich für Beratungsgespräche. Ein Kinder-Lernfeld rundet das Angebot ab. Im Interesse der nachhaltigen Vernetzung soll der Bildungsbus gemeinsam mit verschiedenen Partnern genutzt werden.
Intensiver Erfahrungsaustausch in der Region und Synergieeffekte werden durch vierteljährliche regionale Bildungsberatertreffen ermöglicht. Sie erleichtern vor allem ostdeutschen LvO-Kommunen den Austausch über Erfolge und Probleme und befruchten die gemeinsame Arbeit. Initiiert wurden so zum Beispiel eine Expertise-Matrix der anwesenden Kommunen und ein Feldwissen-Wiki. Langfristiges Ziel ist, diese über die DLR-Plattform allen LvO-Kommunen zugängig zu machen. Der Idee und dem Konzept der Berliner LernLäden folgend, ist ein Laden geplant, der auch jenen Ratsuchenden Zugang zur Bildungsberatung ermöglicht, für die Ämter eher mit Barrieren assoziiert sind.
Im Oktober 2010 erweiterten die Bildungshaltestellen ihr Angebot: An Beratung Interessierte können seitdem über eine Bildungshotline den richtigen Ansprechpartner für ihr Anliegen erfahren oder Termine für die Bildungsberatung vereinbaren.
Die stetig steigende Zahl der Ratsuchenden, die Inanspruchnahme mehrmaliger und intensiver Beratung (über 50% aller Beratungen dauern länger als 45 Minuten) sowie die Tatsache, dass die Dienste der Bildungshaltestellen gern weiterempfohlen werden (ca. 35% aller Ratsuchenden wurden durch Netzwerkpartner, das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit vermittelt), sprechen für sich. Die 1000ste Beratung kurz vor Weihnachten motiviert für die weitere Arbeit.
Weitere Informationen zum Projekt „Dresdner Bildungsbahnen“ und zu den Bildungshaltestellen finden Sie unter www.bildung.dresden.de.

Sebastián Merle
Dresdner Bildungsbahnen, Leiter Bildungsberatung