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Hessencampus - Lebensbegleitendes Lernen

Strukturinnovation durch regionale Zentren des HESSENCAMPUS

HESSENCAMPUS – Lebensbegleitendes Lernen (HC) ist eine gemeinsame Initiative des Landes Hessen und kommunal  verankerter regionaler Zusammenschlüsse von Bildungseinrichtungen. Ziel ist eine grundlegende Verbesserung der Strukturen für das Lebensbegleitende Lernen, fokussiert auf den Bereich der öffentlichen Bildungsanbieter (Volkshochschulen, Berufsschulen und Schulen für Erwachsene). Es geht darum, die Bildungsbeteiligung und Bildungsmotivation Jugendlicher und Erwachsener wirksam zu erhöhen bzw. zu verbessern. Diese Ziele sollen in den Regionen durch einen Integrationsprozess von Bildungsdienstleistungen bisher getrennt agierender Bildungsakteure erreicht werden. Die gemeinsamen Aktivitäten sollen sich nicht nur auf gemeinsame bildungsbezogene Dienstleistungen wie z.B. Bildungsberatung beziehen, sondern Schritt für Schritt auch auf gemeinsame Bildungsgänge oder Bausteine von Bildungsgängen bzw. gemeinsame Kursangebote.

Entwicklung in Partnerschaft

Das Vorhaben basiert auf einer Entwicklungspartnerschaft, die Anfang 2007 zwischen dem federführenden Hessischen Kultusministerium (HKM) und seinerzeit acht HC-Initiativen begründet wurde. Inzwischen fördert das Land Hessen den Aufbau von HC in 21 Regionen. Zwischen dem HKM und den beteiligten 24 Städten und Landkreisen wurde Anfang 2011 eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, durch die die nachhaltige Implementierung von HC als regelhaftes Teilsystem Lebensbegleitenden Lernens vorbereitet wird.
Der neue und ungewöhnliche Weg der Entwicklungspartnerschaft  ergibt sich daraus, dass eine grundlegende Systemverbesserung auf Seiten der öffentlichen Hand nur durch eine Partnerschaft vor allem von Land und Kommunen erreicht werden kann. Im Gegensatz zu klassischen, hierarchisch strukturierten Förderprogrammen bedeutet Entwicklungspartnerschaft, dass Ziele und Umsetzungsstrategien von den Partnern auf gleicher Augenhöhe gemeinsam entwickelt und vereinbart werden.

Hessisches Modell mit regionalen Profilen

Kompetenzorientierung in Lebensweltnähe ist ein wesentliches Merkmal von HC. Eine solide Einbindung in die Region ist folglich unabdingbar. In Profil, Ausrichtung und Pädagogik verknüpfen die HC regionalspezifische Ausprägungen in landesweiter Zusammenarbeit zu einem „hessischen Modell“. Der Name HESSENCAMPUS signalisiert diese Gemeinsamkeit. 
Im Sinne niedrigschwelliger Zugänglichkeit folgen die HC auch in ihrem räumlichen Organisationstyp den regionalen Bedürfnissen; sie können in einem einzigen Gebäudekomplex, dezentral oder in anderen Varianten aufgestellt sein.

Bildungsberatung im HESSENCAMPUS

Bildungsberatung ist wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung als bildungszuleitende und –begleitende Dienstleistung ein zentrales Handlungsfeld im HC. Auf Grund ihrer flächendeckenden Dimension in allen regionalen HC ist sie auch ein wichtiges Element in der Herausbildung des landesweiten HC-Profils. In der landesweiten „AG Bildungsberatung im HC“, in der alle 21 Regionen verlässlich vertreten sind, wird zum einen systematischer Transfer zwischen den HC ermöglicht, zum anderen wird der fachliche Diskurs (auch unter Zuhilfenahme externer Expertise) geführt und Austausch und Vernetzung mit anderen Akteuren im Bereich Bildungsberatung gepflegt; Berichterstattung u. a. zum aktuellen Stand der Aktivitäten des nfb gehört als Regelpunkt zu den vierteljährlichen Treffen der AG. Zwei regionale HC-Beratungsstellen nehmen an der Erprobungsphase des nfb-Projekts zur Beratungsqualität in teil.

Landesweite Leitlinien für Bildungsberatung im HC (als Ddownload verfügbar unter http://www.hessencampus.de/ueberblick/downloads/) wurden von allen beteiligten Regionen gemeinsam entwickelt, Anfang 2010 verabschiedet und nach einer einjährigen Erprobungsphase bestätigt. Diesen Leitlinien, die einen Rahmen hinsichtlich zentraler Anforderungen (Profil, Angebot/ Leistungen, Nutzerorientierung und Qualitätsentwicklung) abstecken und der Stärkung des landesweiten Profils dienen, haben sich alle 21 HC verpflichtet. In Regionen, in denen eine zentrale Anlaufstelle für Bildungsberatung bisher nicht existierte, nimmt die HC- Beratungsstelle diese Funktion wahr.

Besondere Bedeutung wird der Professionalisierung der Berater/inne/n zugemessen. In diesem Zusammenhang hat das RQZ Hessen von Beginn an eine zentrale Rolle gespielt. Alle regionalen HC haben an der Basisqualifizierung teilgenommen; in einigen Regionen wurde die Qualifizierung als Inhouse-Schulung durchgeführt. Die gemeinsame Fortbildung von Beschäftigten aus den verschiedenen, an HC beteiligten Einrichtungen trägt dazu bei, die unterschiedlichen „Unternehmenskulturen“ und Handlungslogiken beispielsweise von Schulen und Volkshochschulen einander näherzubringen und Hemmnisse in der praktischen Zusammenarbeit abzubauen.
Im Zusammenhang mit dem Relaunch der landesweiten Website www.hessencampus.de Anfang 2011 wurde der Bildungsberatung ein herausgehobener Platz eingeräumt. Über die Website sind die Kontaktdaten zu allen HC-Beratungsstellen direkt abrufbar.

Sibylle Klingebiel

Ausführliche Informationen zu HESSENCAMPUS und den regionalen Initiativen unter www.hessencampus.de