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Das Netzwerk B.O.S.S. – gebündeltes Vorgehen in der Berufsorientierung der Region Leipzig

B.O.S.S. steht für "Berufliche Orientierung für Schüler und Studierende“. Die Initiative versucht seit 2005 gemeinsam mit engagierten Partnern die Berufsorientierung in der Region Leipzig nachhaltig zu verbessern, Transparenz zu Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten in regionalen Unternehmen zu schaffen und bestehende Berufsorientierungsmaßnahmen zu bündeln. Ziel ist es, die Zusammenarbeit der Akteure aus Wirtschaft und Bildung so zu verbessern, dass Unternehmen ihren Fachkräftebedarf sichern können und jungen Menschen eine berufliche Perspektive in der Region eröffnet wird, die zu ihren Interessen und Fähigkeiten passt. Dabei bildet das Netzwerk, das auf Initiative der Wirtschaft in Leipzig gegründet wurde, den neutralen Knotenpunkt, in dem die Interessen der verschiedenen Akteure aus Politik, Verwaltung, Bildung und Wirtschaft sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene gebündelt werden.

In einer Steuerungsgruppe, die aus allen relevanten wirtschafts- und bildungspolitischen Akteure im Zuständigkeitsbereich besteht, d.h.  Agentur für Arbeit,  Bildungsagentur Regionalstelle Leipzig,  Industrie- und Handelskammer zu Leipzig, Handwerkskammer zu Leipzig, Referat Beschäftigungspolitik der Stadt Leipzig, Amt für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Landkreises Leipzig, Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Nordsachsen, Berufsbildungsverein Leipzig, wird die thematische Schwerpunktsetzung in einer regionalen Strategie festgelegt. Ferner kooperiert das Netzwerk mit themenverwandten Initiativen und Arbeitsgruppen. So bestehen intensive Kontakte zur Koordinierungsstelle Regionales Übergangsmanagement der Stadt Leipzig und dem Landkreis Nordsachsen, Lernen vor Ort Leipzig sowie den Arbeitskreisen Schule-Wirtschaft und den Fachkräfteinitiativen der Region Leipzig.

Im operativen Bereich arbeitet das Netzwerkmanagement eng mit allen am Übergangsprozess Beteiligten zusammen und unterstützt insbesondere Schulen und Unternehmen bei Aktivitäten zur Berufsvorbereitung von Schülern. Das Netzwerk agiert daher über die politischen Verwaltungsgrenzen der Landkreise und der Stadt Leipzig hinaus und ermöglicht damit eine regional abgestimmte Vorgehensweise. 

Die Arbeit des Netzwerkmanagements konzentriert sich vordergründig auf folgende Handlungsfelder:

  • Systematisierung der schulischen Berufs- und Studienorientierung sowie Verbesserung der Passfähigkeit unternehmerischer Nachwuchsgewinnungsstrategien zu den Berufsorientierungskonzepten der Schulen;
  • Vernetzung aller regionalen Akteure der Berufsorientierung, um ein koordiniertes Vorgehen sicherzustellen und Ressourcen zu bündeln;
  • Kompetenzentwicklung aller Akteure am Übergang (wichtige Zielgruppen sind hierbei z.B.: Schulen, Unternehmen, Eltern, Hochschulen);
  • Förderung eines Informations- und Kommunikationssystems zwischen den regionalen Akteuren;
  • Realisierung von Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und -sicherung im System der beruflichen Orientierung sowie Identifikation und Kommunikation von best-practice.


Gemeinsam mit weiteren Akteuren werden von der Initiative B.O.S.S. auch vereinzelt eigene Projekte durchgeführt bzw. gesteuert, die auf die Verbesserung der beruflichen Orientierung von Jugendlichen bzw. die Kompetenzentwicklung von Akteuren abzielen. So ist B.O.S.S. in der Region Leipzig verantwortlich für die Organisation von "Schau rein! Woche der offenen Unternehmen Sachsen" – ein sachsenweites Berufsorientierungsprojekt, das jährlich im März stattfindet und Jugendlichen im Freistaat ermöglicht, sich über berufliche Zukunftsmög-lichkeiten in Unternehmen der Region zu informieren und praktisch zu erproben. Ein weiteres Projekt, das gemeinsam mit der Koordinierungsstelle Regionales Übergangsmanagement Leipzig und der Bildungsagentur entwickelt und umgesetzt wird, ist "Innenansichten! Wirtschaft erleben – eine Lehrerfortbildung mit Unternehmenspraktikum". Dabei werden in einer kombinierten Fortbildungsveranstaltung Lehrern aus allen Schularten sowohl theoretische Kenntnisse über den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt der Region vermittelt als auch in einem einwöchigen Praktikum in einem Unternehmen das Erfahren von unternehmerischer Praxis in den Mittelpunkt gestellt.

Seit 2011 verfolgt das Netzwerk B.O.S.S. verstärkt das Ziel, die Kooperation zwischen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen der Region zu entwickeln und die Zusammenarbeit von Gymnasien und Hochschulen auf institutioneller Basis zu verbessern.

Dr. Beata Walter, B.O.S.S. Mitteldeutschland

http://www.boss-mitteldeutschland.de/