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Innovations- und Qualitätsfonds: Zentren für Beratung

2014 -

Europäischer Qualifikationsrahmen (EQR), Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR) und baden-württembergische Landesprogramme. Wie hängt dies zusammen?

Die europäische Forderung, dass das lebenslange Lernen ihrer Bürgerinnen und Bürger von qualifizierter und professioneller Beratung begleitet werden soll, wird als wichtiges Qualitätsziel für die Hochschulentwicklung angesehen. In Deutschland bereitet das Nationale Forum Beratung (nfb) den Weg für die Umsetzung der europäischen Forderungen. Ziel ist es, bis Ende 2014 einen Standardkatalog für gute d.h. professionelle Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung zu erarbeiten.

In Baden-Württemberg wurden diese europäischen Forderungen und die bisherigen Ergebnisse der Arbeit des nfb aufgegriffen. In unterschiedlichen aufeinander abgestimmten Landesprogrammen sollen die Hochschulen und die Beraterinnen und Berater an diesen Hochschulen in Baden-Württemberg Freiräume erhalten, Beratung zu erlernen, zu aktualisieren und zu perfektionieren. Dabei stehen die beiden Aspekte Organisationsentwicklung und Personalentwicklung eng verzahnt im Zentrum der Überlegungen. Die Organisationsentwicklung wird durch das Landesprogramm „Zentren für Beratung“ gestärkt, die Personalentwicklung durch „Exzellente Beratung an exzellenten Hochschulen“.

Im Rahmen der Förderlinie „Zentren für Beratung“ des Förderprogramms IQF (Innovations- und Qualitätsfond) sollen an Hochschulen des Landes koordinierende Stellen mit folgenden Aufgaben eingerichtet werden:

  • Vermeidung von Doppelstrukturen in der
  • Beratung
  • Optimierung von Beratungsprozessen
  • Professionalisierung zielgruppengerechter
    Beratung
  • Verbesserte Vernetzung und Netzwerkschaffung der Beratungsanbieter innerhalb und außerhalb der Hochschule
  • Stärkung der allgemeinen Studienberatung
  • Professionalisierung der Berater/-innen.

 

Grafik ZfB

Grafik: Marja Kukowski-Schulert

Hierfür werden insgesamt 5 Mio. € für drei Jahre zur Verfügung gestellt (2012 - 2015). Mit den Mitteln können 21 Hochschulen (ca. 40 % der staatlichen Hochschulen), die im Rahmen eines Gutachterprozesses ausgewählt wurden,  ihre Beratungsangebote optimieren und vernetzen, somit für die Ratsuchenden klarere Beratungsstrukturen aufbauen und die Studienberater/innen hinsichtlich der komplexer werdenden Anforderungen an die Studienberatung (Heterogenität der Studierendenschaft, Internationalisierung des Studiums, steigende psychische Probleme bei den Studierenden) fortbilden.

Hierfür soll die Einrichtung eines „Zentrums für Beratung“ dienen, wobei es sich bei dem Zentrum nicht um die Einrichtung einer neuen Organisationseinheit handeln muss, sondern auch eine bestehende Einheit den Auftrag erhalten kann, die Beratungsprozesse an einer Hochschule zu bündeln und zu professionalisieren. Solch ein Zentrum kann auch von mehreren Hochschulen gemeinsam betrieben werden, jedoch müssen die Verantwortlichkeiten eindeutig geregelt sein. Die Mittel können jedoch explizit nicht für den Ausbau der Fachstudienberatung eingesetzt werden.

Zu den geförderten Hochschulen gehören :

  • Universität Heidelberg
  • Universität Hohenheim
  • Universität Konstanz
  • Universität Stuttgart
  • Universität Ulm
  • Pädagogische Hochschule Freiburg
  • Pädagogische Hochschule Heidelberg
  • Pädagogische Hochschule Karlsruhe
  • Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
  • Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
  • Hochschule Aalen
  • Hochschule Esslingen - Technik und Sozialwesen
  • Hochschule Furtwangen
  • Hochschule Heilbronn -
  • Technik Wirtschaft Informatik
  • Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft
  • Hochschule Konstanz - Hochschule für Technik,
  • Wirtschaft und Gestaltung
  • Hochschule Offenburg
  • Hochschule Pforzheim
  • Hochschule Stuttgart -Technik
  • Hochschule Ulm
  • Duale Hochschule Baden-Württemberg.


Steht die Organisationsentwicklung bei den „Zentren für Beratung“ im Mittelpunkt, handelt es sich bei EBEH (Exzellente Beratung an exzellenten Hochschulen) um ein Landesprogramm, mit dem die Personalentwicklung für Berater/innen an den Hochschulen gefördert werden soll. Im Rahmen von EBEH werden allgemeine Fortbildungsmaßnahmen sowie individuelle Methodenausbildungen der Studienberater/innen kofinanziert.

Bei den allgemeinen Fortbildungsmaßnahmen handelt es sich um methodisch-didaktisch (Seminar, Vortragsreihen, Workshops, Methodentrainings) und inhaltlich unterschiedliche, zielgruppengerichtete Maßnahmen, die in einem ein-, zwei- oder drei-jährigen Rhythmus angeboten werden und die je nach Inhalt für zwischen 10 - 20 Teilnehmer/innen konzipiert sind. Dabei geht es nicht nur darum, Berufsanfänger/innen auf ihre Aufgaben vorzubereiten, sondern für alle Berater/innen an den Hochschulen Maßnahmen anzubieten, mit denen sie ihr Wissen und ihre Methodenkompetenz aktuell halten, kontinuierlich verbessern und hochschulartenübergreifend austauschen können. Ziel sollte es sein, dass alle Berater/innen bzw. ggf. auch andere Mitarbeiter/innen aus den zentralen Beratungsstellen das gesamte Curriculum mittelfristig bis langfristig - selbstverständlich unter Berücksichtigung der dienstlichen Belange - durchlaufen und sich dadurch bedarfsgerecht fortbilden. Bestimmte Bausteine können auch für die Studienfachberater/innen der Fakultäten hilfreich sein und von diesen besucht werden.

Ziel der Förderung der individuellen Methodenausbildung z.B. Ausbildung personenzentrierter Berater/in, systemischer Berater/in bzw. eines berufsbegleitenden Masterstudiengangs im Bereich Beratung ist es, die Beratungskompetenz der baden-württembergischen Studienberater/innen zu  sichern und zu erweitern. Mittels einer fundierten Methodenkompetenz können die Berater/innen den steigenden Anforderungen an den Beruf adäquat begegnen und eine hochwertige, lösungs- und klientenorientierte Beratung anbieten.

Für die Maßnahme in EBEH werden insgesamt bis zu 50.000 EUR p.a. zur Verfügung gestellt.

Diese aufeinander abgestimmten Landesprogramme  bilden somit die Grundlage, die Beratung an baden-württembergischen Hochschulen europafähig im Sinne des EQR zu machen.

Marja Kukowski-Schulert, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

 

Erschienen im Newsletter 01/2014