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Qualifizierte Beratungsangebote zur Umsetzung gesellschaftlicher Inklusion für Menschen mit Behinderung

08.07.2010 -
Nationaler Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung
(Artikel aus dem Newsletter des nfb 02/ 2010)

Wir verfügen in Deutschland über ein einzigartiges System an Teilhabeleistungen, das selbst Menschen mit schwersten Behinderungen einen Platz in unserer Gesellschaft ermöglicht. Dieses System weiterzuentwickeln und stärker als bisher mit der Gesellschaft zu verzahnen, bringt  für Menschen mit und ohne Behinderung gewinnbringende Chancen.

Das Neunte Sozialgesetzbuch bildet einen ausgezeichneten gesetzlichen Rahmen, die volle und gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen mit Behinderung im Sinne der UN-Behinderten-rechtskonvention in Deutschland weiterzuentwickeln. Bereits 2001 hatte das SGB IX einen Paradigmenwechsel eingeleitet, der die Selbstbestimmung der Menschen ins Zentrum staatlicher Unterstützung stellt.

Die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung verpflichtet die Vertragsstaaten „Menschen mit Behinderung wirksamen Zugang zu allgemeinen fachlichen und beruflichen Beratungsprogrammen, Stellenvermittlung (…) zu ermöglichen“. Beratung soll vor allem auch in Armut lebenden Menschen mit Behinderung zu Gute kommen. Bereits die Gemeinsamen Servicestellen, die sich bundesweit allerdings nur langsam entwickeln,  sollten auf der Grundlage einer umfassenden Beratung eine selbstbestimmte Teilhabe – gerade im System des Reha-Zuständigkeitsdschungels – ermöglichen.

Das in Deutschland existierende Berufsberatungsangebot für Menschen mit Behinderung wird maßgeblich getragen von der vor allem auch im Übergang Schule/Beruf tätigen Reha-Beratung der Sozialleistungsträger, insbesondere der Agenturen für Arbeit und der Integrationsfachdienste.  Ein ausgezeichnetes Informationsportal bietet Rehadat mit der Internetseite „Talent +“ an, das im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) entwickelt wurde.

Ein qualifiziertes Informations- und Beratungsanbot ist unerlässlich, damit  Menschen mit Behinderung in die Lage versetzt werden, als Leistungsberechtigte des deutschen Teilhabesystems selbständig zu agieren. Nur  mit individuellen Beratungs- und Unterstützungsleistungen können Selbstbestimmung und Selbstverantwortung – gerade auch von Menschen mit kognitiven Einschränkungen – erfolgreich umgesetzt werden.

Wichtig ist es, dass Beratungsleistungen  rechtzeitig einsetzen und im Rahmen der Frühförderung individuell unterschiedliche Kenntnisse und Fähigkeiten hinreichend einbezogen werden.  Die UN-Konvention unterstreicht diesen Ansatz, indem sie die Vertragsstaaten verpflichtet, lebenslanges Lernen zu gewährleisten. So kann am Besten auch das zur Umsetzung von Inklusion dringend erforderliche gesellschaftliche Umdenken erreicht werden.
Individualisierung und Flexibilisierung von Leistungen sind wichtige Voraussetzungen zur Gestaltung der beruflichen und sozialen Inklusion für Menschen mit Behinderung. Diese Leistungen selbstbestimmt und erfolgreich nutzen zu können, setzt eine qualifizierte und möglichst frühzeitig ansetzende Beratung, vor allem auch in den Bereichen von Bildung und Beschäftigung voraus.

Die Weiterentwicklung der Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung ist zentrales Ziel des Nationalen Forum Beratung (nfb). Das nfb wird daher die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention mit seiner besonderen Fachkompetenz begleiten.
Weitere Informationen finden Sie unter www.bagbbw.de.

Dr. Katja Robinson
Geschäftsführung der BAG BBW