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Das waff- Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung, Wien

2013 -

Gute Ausbildung ist definitiv ein entscheidender Faktor, um den wachsenden Anforderungen am Arbeitsmarkt gerecht zu werden. Vielmehr noch: ArbeitnehmerInnen müssen ihr ganzes Berufsleben lang ihre Kompetenzen weiterentwickeln. Wien hat dafür mit dem Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung des „Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff)“ eine Österreich weit einzigartige Einrichtung zur Verfügung. Im Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung unterstützt der waff beschäftigte WienerInnen und neu zugewanderte Personen mit Information, Beratung und Förderung, damit sie auf einem immer dynamischer werdenden Arbeitsmarkt bestehen können.

Der erster Schritt: mit der richtigen Information zum richtigen Angebot

Wenn es um die berufliche Entwicklung, um Aus- und Weiterbildung geht, ist ein umfassendes Informationsangebot die wichtigste Orientierungsgrundlage. Mit dem Wiener Infotelefon für Beruf und Weiterbildung  (0800 86 86 86) und der „Kümmer-Nummer“ für Lehre und Beruf (0800 20 20 22) stellt das waff- Beratungszentrum genau das zur Verfügung.

Die ExpertInnen des Infotelefons helfen, sich in der breiten Angebotspalette rund um Beruf und Weiterbildung zurecht zu finden und die richtige Stelle zu finden. Sie  wissen, wo kompetent geholfen wird und welche Beratungseinrichtung die Richtige ist - egal, ob man/frau eine Weiterbildung plant, sich Sorgen um den Job macht, den Job wechseln oder wieder einsteigen will.

Die „Kümmer Nummer“ für Beruf und Lehre hingegen ist ein flankierendes Kommunikations- und Informationsangebot  für Jugendliche, Eltern und Angehörige im Rahmen der Wiener Ausbildungsgarantie. Die Wiener Ausbildungsgarantie umfasst alles, was dazu beiträgt, dass Jugendliche eine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung absolvieren.

Mit professioneller Beratung, Begleitung und finanzieller Unterstützung im Beruf weiterkommen

Herzstück des waff Beratungszentrums für Beruf und Weiterbildung ist die kostenlose Beratung durch erfahrene ExpertInnen und die finanzielle Unterstützung bei berufsbezogener Aus- und Weiterbildung. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Personen gelegt, die es am Arbeitsmarkt schwerer haben als andere. Darunter fallen insbesondere gering qualifizierte WienerInnen, MigrantInnen, Frauen, WiedereinsteigerInnen und ältere ArbeitnehmerInnen.  

Die kostenlose Beratung ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Denn die erfahrenen BeraterInnen gehen individuell auf die jeweilige Situation der KundInnen ein und erarbeiten gemeinsam mit ihnen Wege, wie Sie ihre Chancen im Beruf besser nutzen können. Sie begleiten sie auch während der gesamten Weiterbildung. Die KundInnen nehmen daher in der Regel auch durchschnittlich mehrere Beratungsgespräche in Anspruch.

Wie qualitätsvoll dieses Dienstleitungsangebot ist, spiegelt sich auch in der KundInnenzufriedenheit wider, die der waff alle 2 Jahre erheben lässt. Ergebnis der jüngsten Erhebung: Die Leistungen des waff für berufstätige WienerInnen wurden nach Schulnotensystem mit einem Schnitt von 1,83 bewertet. Dreiviertel der KundInnen vergaben die Noten 1 und 2. Pro Jahr werden im Beratungszentrum rund 7.400 Personen von 31 BeraterInnen in einem oder mehreren Gesprächen beraten.

Im Fokus: WienerInnen mit höchstem Pflichtschulabschluss das Nachholen wichtiger Bildungsabschlüsse ermöglichen, um ihre Jobchancen zu verbessern

Fakt ist: Die Beschäftigung in Wien wächst zwar, allerdings in Jobs, die gute Qualifikationen voraussetzen. Gleichzeitig steigt aber auch die Arbeitslosigkeit. Gerade Menschen mit mangelnder Ausbildung bekommen das besonders zu spüren: Die Hälfte der arbeitslosen Wienerinnen und Wiener hat höchstens einen Pflichtschulabschluss. Deswegen hat die Wiener Wirtschaftsstadträtin und Vizebürgermeisterin Renate Brauner mit dem  Qualifikationsplan Wien 2020 eine große neue Offensive initiiert. Das Ziel: In gemeinsamer Anstrengung aller relevanten bildungs- und arbeitsmarktpolitischen VerantwortungsträgerInnen soll der Anteil von Personen mit maximal Pflichtschulabschluss bis 2020 deutlich reduziert werden. Konkret heißt das: noch mehr Jugendliche zu einer fundierten Berufsausbildung zu bringen. Erwachsene sollen gezielt beim Nachholen von wichtigen Bildungsabschlüssen, allen voran vom Lehrabschluss, unterstützt werden. In diesem Kontext spielen präventive Maßnahmen, wie sie das waff Beratungszentrum für berufstätige WienerInnen anbietet, eine zentrale Rolle. So gibt es für beschäftigte WienerInnen, die keinen über die Pflichtschule hinausgehenden Abschluss haben, für das Nachholen von formalen Bildungsabschlüssen (z.B. Lehrabschluss) im Rahmen der Förderschiene „WeiterbildungsTausender“ bis zu 3.000 Euro Förderung.

Im Rahmen  dieser Förderschiene werden außerdem Beschäftigte, die die Berufsreifeprüfung oder die Externistenmatura machen bzw. im Ausland erworbene Abschlüsse nostrifizieren lassen, gefördert. Darüber hinaus können auch Beschäftigte mit geringem Einkommen den „WeiterbildungsTausender“ in Anspruch nehmen.

Die Basisförderung ist das sogenannte Bildungskonto. Unabhängig vom Qualifikationsniveau können Beschäftigte für ihre Weiterbildung mit bis zu 200 Euro und Arbeitslose mit bis zu 300 Euro Förderung rechnen.

Unterstützung für Frauen: Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern

Um einen Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt zu leisten, stellt  das waff Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung weiter spezielle Unterstützungsangebote für Frauen und WiedereinsteigerInnen bereit. Mit dem Programm für grundlegende berufliche Neuorientierung (FRECH – Frauen ergreifen Chancen) haben berufstätige Wienerinnen die Möglichkeit, Beratung und finanzielle Unterstützung von Qualifizierungsschritten in Anspruch zu nehmen. Das Programm widmet sich insbesondere jenen Wienerinnen, die höchstens eine berufsbildende mittlere Schule (BMS) oder Lehre abgeschlossen haben. Besonders wichtig ist auch das Programm für WiedereinsteigerInnen. Der waff berät WienerInnen bei der Planung des Aus- und Wiedereinstiegs, unterstützt die Weiterbildung in der Karenz und hilft in der Einstiegsphase. Das Programm richtet sich bewusst auch an Männer, um die Inanspruchnahme der Väterkarenz zu steigern.

Förderung der Chancengerechtigkeit von WienerInnen mit Migrationshintergrund am Wiener Arbeitsmarkt

Der Erwerb der gemeinsamen Sprache und Chancengerechtigkeit beim Zugang zu Bildung und Arbeit sind die Schlüsselfaktoren für erfolgreiche Integrationsbiographien von MigrantInnen. Das ist auch die Grundlage für den sozialen Aufstieg. Deswegen ist es von entscheidender Bedeutung, dass ZuwanderInnen so rasch wie möglich den Anschluss an den Arbeitsmarkt schaffen. Der waff führt daher im Rahmen von StartWien, dem Programm der Stadt Wien zu Niederlassungsbegleitung, die muttersprachige Berufserstinformation für NeuzuwanderInnen durch.
Konkret erhalten die TeilnehmerInnen bei der rund 2-stündigen Gruppenveranstaltung Informationen zur aktuellen Arbeitsmarktsituation in Wien, zu rechtlichen Regelungen betreffend Jobeinstieg sowie zu Unterstützungsmöglichkeiten bei der Arbeitssuche und nach Beschäftigungsaufnahme.

Das waff- Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung kooperiert außerdem eng mit dem Wiener Projekt PERSPEKTIVE, das Beratung und Unterstützung in allen Fragen rund um die Anerkennung von Ausbildungen, die ZuwanderInnen nach Österreich mitbringen, bietet. Ein wesentlicher Aspekt dabei: Wenn es notwendig ist, Teile einer Ausbildung in Österreich nachzuholen, werden in Zusammenarbeit mit dem waff die geeigneten Kursmaßnahmen gesucht und die notwendigen Qualifizierungen finanziell unterstützt. Last but not least organsiert der waff dezentrale Veranstaltungen in den Wiener Bezirken, um die umfassenden Unterstützungsangebote rund ums Weiterkommen im Beruf den Wienern noch leichter zugänglich zu machen.  Dieses Angebot wird derzeit ausgebaut, um vor allem bildungsferne und bildungsbenachteiligte Menschen zu erreichen und sie zu konkreten Weiterbildungsschritten zu motovieren.

Gabriele Philipp,
Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds
waff Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung Nordbahnstraße 36, 1020 Wien
Tel. 217 48 – 555; www.waff.at

Erschienen im nfb-Newsletter 03/ Dezember 2013