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Fachtagung „Qualitätsentwicklung und Selbstevaluation in der Bildungsberatung: Good Practices aus Österreich, Frankreich und Deutschland"

07.04.2011 -

Berlin

Im Rahmen der „Lernpartnerschaft QuADEC“, in der sich Bildungsberatungsanbieter aus Frankreich, Österreich und Deutschland über die Professionalisierung von Bildungsberatung und Aktivitäten zur Qualitätssicherung austauschen, fand die dritte Fachtagung nach Wien und Paris am 7. April 2011 in Berlin statt.

Kisten Schulze (zukunft im zentrum GmbH) begrüßte die 75 Teilnehmer/innen im Centre Monbijou und stellte das Projekt sowie seine Akteure, die Cité des Métiers aus Paris, die Bildungsberatung in Wien / VHS Meidling und zukunft im zentrum GmbH aus Berlin vor.

Im Anschluss erläuterte Margrit Zauner, Leiterin des Referats Berufliche Qualifizierung bei der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales Berlin, die Leitziele und Rahmenbedingungen für kompetente, qualitätsvolle und transparente öffentliche Bildungsberatung in Berlin. In der Präambel des Berliner Masterplans Qualifizierung (MPQ), der am 6. April vom Senat verabschiedet und beschlossen wurde, werden politisch wesentlichen Hintergründe benannt:

  • Qualifizierung ist ein wesentlicher Standortfaktor,
  • Qualifizierung ist grundlegend für die Teilhabe der Bürger/innen am gesellschaftlichen Leben,
  • Qualifizierung dient somit der Stärkung des Bildungsstandorts Berlin.

In sechs Handlungsfeldern – u.a. in der berufsbezogenen Bildungsberatung – sollen vielfältige Maßnahmen zur Kooperation, zur Bildungsberatung in KMU und zur Professionalisierung der berufsbezogenen Bildungsberatung mit dem Ziel der Förderung der Kompetenzentwicklung durchgeführt werden.

Als Vertreter des Projekts „Bildungsberatung in Wien“ stellte Dr. Gerhard Bisovsky das Wiener Modell der Selbstevaluation vor. Das Projekt, das in das Netzwerk „Bildungsberatung in Österreich“ eingebettet und an die Bildungsakademie Österreich angebunden ist, will mit Hilfe von mobiler -, online - und aufsuchender Beratung den Zugang zu Bildung öffnen und Barrieren abschaffen. Das Qualitätsmanagement kombiniert interne und externe Evaluation sowie allgemeine Maßnahmen; Ziel ist die unabhängige Überprüfung der Verlässlichkeit und Ernsthaftigkeit der Bildungsangebote.

Zur Qualitätsentwicklung in der Bildungsberatung in Berlin erläuterte Frank Schröder, k.o.s. GmbH, das auf dem LQW-Modell basierende Qualitätskonzept, nach dem z.Zt. 13 Berliner Beratungsstellen testiert sind bzw. sich in der Retestierung befinden. Bei der Qualitätsmessung stehen der Ratsuchende und seinen Lernprozess im Zentrum der Betrachtungen, so dass Beratung dann als erfolgreich bewertet wird, wenn der Ratsuchende informierter, strukturierter und motivierter aus der Beratung hervorgeht.

Aus Frankreich stellten Bernadette Thomas und Dr. Olivier Las Vergnas das Konzept und die Qualitätskriterien der Cité des Métiers, die Jugendliche und Erwachsene zu allen Fragen von Bildung, Beruf und Beschäftigung beraten. Um die Qualität zu sichern, folgen alle 26 Zentren einer „CDM Charter“ und festgelegten Zertifizierungssystemen. Außerdem werden von allen Partnern, die in den CDM mitarbeiten, eigene Qualitätsmanagementsysteme umgesetzt. Eine Gesamtevaluation auf der Basis von gesetzlichen Vorgaben sowie ein zusätzliches Projekt zur Entwicklung der Beraterprofessionalisierung (AMPLI) ergänzen die Qualitätsbemühungen.

Eine Dokumentation der Veranstaltung sowie weitere Informationen zum Projekt können unter www.ziz-berlin.de/quadec eingesehen werden.

Susanne Schmidtpott