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40 Jahre wissenschaftliche Beraterausbildung in Mannheim – die Hochschule der BA feiert - Bernd-Joachim Ertelt-Preis für Forschung in der Beratung erstmals vergeben

22.11.2012 -

Mannheim,

Mit 27 Studierenden startete im Jahr 1972 der Studiengang für Beratungsanwärter der Bundesanstalt für Arbeit (BA) in der Akademie für Beratungsfachkräfte an der Universität Mannheim – ein Joint venture der BA und der Universität Mannheim. Vorausgegangen waren im Rahmen des „Aktionsprogramms Berufliche Bildung“ der damaligen Bundesregierung eine politische Erklärung von Bundesarbeitsminister Walter Arendt und Präsident Stingl (BA),  Berufsberater/innen den gestiegenen Anforderungen entsprechend künftig auf Hochschulniveau auszubilden – eine weise und weitreichende Entscheidung!

So klein und fein wie der Beginn im Jahr 1972 war auch die Fachkonferenz, zu der die HdBA am 22. November 2012 nach Mannheim geladen hatte. Ein hochkarätiges Vortragsprogramm mit renommierten Vertreterinnen und Vertretern aus der Beratungswissenschaft bildete die Folie, auf der die Theorie und Praxis der Entwicklung der Beraterausbildung in Mannheim  vorgestellt und diskutiert wurde. Faszinierend die Tour d’horizon von Professor Jean Guichard von der Sorbonne über die verschiedenen geisteswissenschaftlichen und philosophischen Wurzeln und Strömungen, die die Entwicklung der Beratungswissenschaften und der Beratungspraxis seit 1900 geprägt haben – von den behavioristischen Trait- und Factor-Ansätzen bis hin zu aktuell diskutierten „Happenstance“-, „Life Designing“-, Chaos- und neuerdings „Hope-Centered“- Ansätzen. Professor Manfred Hofer (Universität Mannheim) versuchte in seinem Beitrag eine Antwort auf die Frage, welche Art von Theorien die Beratungswissenschaft und die Beratungspraxis denn benötigten, um wissenschaftlich fundierte und evidenzbasierte Berufsberatung praktizieren zu können.

Professor Christiane Schiersmann schließlich widmete sich der Frage von Professionalität und Professionalisierung der Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung und stellte an Hand von zwei laufenden Forschungsprojekten aktuelle Professionalisierungsstrategien vor:

  • Europäisches „NICE-Projekt“ zur Entwicklung eines europäischen Kompetenzrahmens als Grundlage universitärer Curricula für beratungswissenschaftliche  Studiengänge;
  • „Offener Koordinierungsprozess Qualitätsentwicklung“ des nfb und der Universität Heidelberg zur Entwicklung von Qualitätsstandards und eines Kompetenzprofils, in dessen 2. Projektphase nun u.a. Instrumente zur Erfassung, Dokumentation und Bewertung von (auch informell) erworbenen Kompetenzen entwickelt werden.


Professor Bernd-Joachim Ertelt und weitere Vertreter/innen der HdBA berichteten über den Werdegang der Hochschule und über die Inhalte und Struktur des Studiengangs für „Beratungsanwärter“ in Mannheim bis hin zur 2006 erfolgten Neugründung als „Hochschule der Bundesagentur für Arbeit“ (HdBA), mit der dann die beiden Bachelor-Studiengänge  „Beschäftigungsorientierte Beratung und Fallmanagement“  und „Arbeitsmarkt-management“ eingerichtet wurden. Alle Rednerinnen und Redner würdigten die zentrale Rolle von Bernd-Joachim Ertelt in den vergangenen 40 Jahren für die professionelle Entwicklung und die gute internationale Vernetzung der Hochschule.

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums hat er nun einen Preis für herausragende Abschlussarbeiten der Beratungswissenschaften gestiftet, der - nicht nur auf die HdBA begrenzt – in Zukunft jährlich  von der Hochschule vergeben wird. Die diesjährige Preisträgerin, Frau Monika Schneider,  erhielt ihn für ihre Bachelorthesis über die  „Erhebung und Prävention von Ausbildungsabbrüchen“.

Karen Schober, nfb