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Gute Beratung – Schlüssel für erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt

14.-15.03.2013 -

Loccum,

Erste Eindrücke von der Tagung „Hartz IV – Was hat’s gebracht? Die Wirkungsforschung nach § 55 und ihre Lehren für die zukünftige Ausgestaltung des SGB II“ – Gemeinsame Tagung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Evangelischen Akademie Loccum am 14./15.03.2013

Während die Wirkungsforschung in den Beratungswissenschaften eher noch in den Kinderschuhen steckt, kann die Arbeitsmarktforschung bereits fundierte Forschungsansätze und belastbare Ergebnisse zu den Wirkungen arbeitsmarktpolitischer Instrumente vorweisen. Das verwundert nicht – genießt doch die Arbeitsmarktpolitik wegen der mit ihr verbundenen hohen Kosten besondere öffentliche Aufmerksamkeit. Der Auftrag zur Wirkungsforschung wurde daher im Sozialgesetzbuch II verankert, wodurch auch eine angemessene Finanzierung der Forschung gewährleistet ist.

Die Tagung gab einen umfassenden Überblick über die Ergebnisse der zahlreichen Evaluationsstudien, die seit 2005 vom IAB und weitere Forschungsinstituten im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) durchgeführt wurden. Diese reichen von Untersuchungen über die Makro-Effekte der arbeitsmarktpolitischen Instrumente für den Arbeitsmarkt insgesamt, über die Wirkungen einzelner Instrumente bis hin zu den Effekten bei bestimmten Zielgruppen des Arbeitsmarktes. Hier standen vor allem junge Erwachsene, junge Mütter und Alleinerziehende sowie „Aufstocker“ im Zentrum des Interesses. Für die wichtige Frage nach den längerfristigen und nachhaltigen Wirkungen der SGB II-Instrumente liefert das vom IAB aufgebaute Panel von Arbeitslosengeld II-Beziehern wertvolle Daten, aus denen Verlaufsanalysen zu vielfältigen Fragestellungen erstellt werden können.

Besonders interessant für die Beratungsforschung waren die Präsentationen in der Arbeitsgruppe 2 „Das Versprechen der Beratung/Aktivierung aller Erwerbslosen: (Wie) Wurde es umgesetzt?“. Die Vermittler/innen, persönlichen Ansprechpartnern/innen (PAP) und Fallmanager/innen in den Jobcentern, deren Qualifikation und beraterische Kompetenzen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Viele Ergebnisse belegen, dass eine intensivere Betreuung und Beratung der Hilfebedürftigen und Langzeitarbeitslosen zu deutlich besseren und nachhaltigeren Integrationsergebnissen führt. Die Studien zeigen aber auch, dass auf diesem Gebiet noch viel zu tun übrig bleibt, um die Beratung und Aktivierung der Kundinnen und Kunden der Jobcenter noch effektiver zu gestalten. Die TeilnehmerInnen der Tagung, mehrheitlich Leiter/innen und Mitarbeiter/innen von Jobcentern, unterstützten dies mit Erfahrungen aus der Praxis und wünschten sich, dass seitens der Politik und der Programm- und Steuerungsverantwortlichen die notwendigen, ganzheitlichen Beratungs- und Betreuungsansätze nicht durch andere Maßnahmen oder restriktive Vergabe-/Einkaufsstrategien konterkariert werden. Im nächsten nfb-Newsletter wollen wir ausführlicher über die beratungsrelevanten Studien und Ergebnisse und eine zusammenfassende Bewertung der Wirkungsforschung zu den Hartz-Gesetzen berichten.

Karen Schober, nfb

Link zum Tagungsbericht: http://www.iab.de/de/veranstaltungen/konferenzen-und-workshops/hartziv_loccum.aspx

Programm und den Präsentationen: http://www.iab.de/de/veranstaltungen/konferenzen-und-workshops/hartziv_loccum/programm.aspx.